Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN
9783446286849 Gebunden, 304 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Nadim Suri erzählt von den Lieben seines Lebens. Wie er in Damaskus als Sohn eines christlichen Syrers und einer deutsch-jüdischen Mutter aufwuchs. Wie er als junger Mann offiziell in der Heimat begraben wurde und heimlich über Beirut nach Deutschland floh. Wie er in Heidelberg als Dolmetscher erfolgreich war, und dass er seine wichtigsten Eigenschaften den Frauen verdankt. Jedes Kapitel ist einer Frau gewidmet, und auch wenn manche Liebe tragisch endet - Nadims erste Frau Salma wird vom Geheimdienst ermordet -, hinterlässt jede einen unverzichtbaren Mosaikstein in seiner Seele.
Eine alles überdauernde Liebe und Sehnsucht nach Damaskus sind zentrale Motive bei Rafik Schami, weiß Rezensentin Gisa Funck, so auch in seinem neuen Roman, in dem sich zwei Erzähler spiegeln. Einer ist der Rahmenerzähler Said, der viel mit seinem Autor gemeinsam hat, der andere ist der Herzpatient Nadim, dessen Leben Said aufschreiben soll, lesen wir. Dieses Leben konstituiert sich anhand von elf Beziehungen zu Frauen, die ziemlich dramatisch verliefen: So geht es um den Ehrenkodex in Syrien oder Vorurteile in Deutschland, die Geschichten werden in Form einer "Lebens- und Liebesbeichte" vorgetragen werden, die Funck spannend findet. Fragwürdig ist für sie allerdings, warum Nadim sich immer nur junge Frauen als Partnerinnen ausgesucht hat. Dennoch empfiehlt sie eine "herzerwärmende Hymne" auf die Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.05.2026
Nicht nur ein "warmherziger" Roman, sondern auch eine kunstfertige "Verbeugung vor den Frauen dieser Welt" ist Rafik Schami hier gelungen, freut sich Rezensentin Andrea Gerk. Der eine ist der Syrer Said Mardini, der in Deutschland lebt, und eines Tages auf seinen Landsmann und "Kosmopoliten" Naim Suri trifft, der ihm seine Lebensgeschichte, und vor allem von den Frauen erzählt, die diese prägten. Jeden Tag schildert Suri das Schicksal einer anderen Frau, lesen wir: Da ist einmal seine "kluge, freigeistige Mutter Elisabeth", seine Cousine, die von ihrem Ehemann aus Eifersucht erschossen wird oder auch die Vermieterin Hanan, die im Länderdreieck Syrien-Jordanien-Israel lebt. Das alles ist höchst "lebendig" erzählt, schwärmt die Kritikerin, und natürlich schafft es Schami auch auf wie immer souveräne Weise, dieses Mosaik an Geschichten zu einem harmonischen Ganzen zusammenfließen zu lassen. Ein berührendes Figuren-Porträt und gleichzeitig eine Absage ans Patriarchat, lobt die Kritikerin.
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