Mit Interviews, Filmkritiken, Stabangaben, Bio- und Filmographien. Ob Sängerin oder Filmemacherin - mit dieser Berufswahl übertreten die Frauen die ihnen bis in unsere Tage eng gesetzten Grenzen von Tradition und Moral. Ihre Filme sind meistens Autorinnenfilme in dem Sinne, daß die Regisseurinnen auch ihre eigenen Drehbuchschreiberinnen sind und ihre Protagonistinnen häufig autobiografische Züge tragen. Sie sind Musliminnen, Christinnen, Jüdinnen, Atheistinnen. In ihren Filmen geht es fast ausnahmslos darum, Frauen zu Wort kommen zu lassen, sie aufzuwerten, unbekannte Facetten ihrer Lebenswelten zu zeigen und - hinter den Schleier zu schauen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.09.2002
Richtig fasziniert ist die Rezensentin Esther Quetting von diesem Buch über arabische Filmemacherinnen. Sie ist vor allem angetan vom hohen Informationsgehalt des Buches und lobt, dass "die Herausgeberin mosaikartig zahlreiche, dicht verarbeitete Informationen zusammengetragen hat". Das Buch macht ihrer Ansicht nach deutlich, dass die Filmemacherinnen - je nach Land, in dem sie arbeiten - trotz des gemeinsamen "islamisch geprägten Kontextes" mit sehr unterschiedlichen Arbeitsbedingungen konfrontiert sind. Aus denen wiederum ergeben sich ganz unterschiedlichen Themenschwerpunkte ihrer Filme. In Pälastina und Algerien etwa ist "das Filmschaffen seit je eng verbunden mit dem Kampf der nationalen Befreiungsbewegungen", während die tunesische Filmindustrie eher westlich orientiert ist. Allen gemein ist aber die Möglichkeit, sich durch das Filmemachen "eine Stimme und eine neue Identität zu verschaffen" und der Wunsch, als Künstlerinnen und nicht spezifisch "als Frauenfilmemacherinnen" rezipiert zu werden, beobachtet die Rezensentin. Das gelingt ihnen auch, zunehmend sogar vor einem internationalen Publikum, so Quettings Fazit.
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