Aus dem Amerikanischen von Kathrin Razum und Bettina Münch.
Rebecca Solnit ist eine der wichtigsten feministischen Denkerinnen unserer Zeit. Ihr Essay "Wenn Männer mir die Welt erklären" hat weltweit für Furore gesorgt: Scharfsinnig analysiert Solnit männliche Arroganz, die die Kommunikation zwischen Männern und Frauen erschwert. Voller Biss, Komik und stilistischer Eleganz widmet sie sich in ihren Essays dem augenblicklichen Zustand der Geschlechterverhältnisse.
Ein Mann, der mit seinem Wissen prahlt, in der Annahme, dass seine Gesprächspartnerin ohnehin keine Ahnung hat - jede Frau hat diese Situation schon einmal erlebt. Rebecca Solnit untersucht dieses Phänomen und weitere Mechanismen von Sexismus. Sie deckt Missstände auf, die meist gar nicht als solche erkannt werden, weil Übergriffe auf Frauen akzeptiert sind, als normal gelten. Dabei befasst sich die Autorin mit der Kernfamilie als Institution genauso wie mit Gewalt gegen Frauen, französischen Sex-Skandalen, Virginia Woolf oder postkolonialen Machtverhältnissen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2018
Angela Schader liest den Band mit Essays der amerikanischen Autorin Rebecca Solnit aus der Zeit von 2008-2014 mit Spannung. Auf wirksame Weise feministisch sind die verstreut erschienenen Texte für sie vor allem dort, wo Solnit mit Fallbeispielen, effektvollen Kontrasten und Pointen aufwartet, etwa, indem sie eine Gruppenvergewaltigung in Delhi 2012 zum Anlass nimmt, auf die Vergewaltigungsstatistik in den USA hinzuweisen. Etwas einseitig und bei den Aussagen über Männer allzu undifferenziert erscheint Schader die Autorin in anderen Texten. Wenn Solnit in einem Essay über Virginia Woolf deren Differenziertheit und Offenheit als beispielhaft preist, möchte Schader ihr beipflichten.
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