"Letzte Stories" erzählen von dem mysteriösen Paar Yin und Yang, Katzen und Kindern, Kriminellen und Literaten, von Huren und Säufern oder führen ins Las Vegas der 50er Jahre, wo sich Elvis unsterblich in Vampira verliebt. Sie spielen in Biergärten, Bars, Bahnhöfen und Krankenhäusern. Ins Deutschland der Nachkriegszeit und die Clubszene der Großstadt von heute führen Erzähler, deren Beobachtungen eigenwillig, aber auch radikal sind. Diese Geschichten über die schönen Verlierer dieser Welt haben mehr hintergründigen Witz, Traurigkeit und Poesie als die meisten Romane. Alphabetisch geordnet ergeben sie ein "ABC des Lebens".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2010
Rezensent Alexander Müller hat Franz Doblers Kurzgeschichten "Letzte Stories" gelesen und war danach ziemlich schlecht gelaunt. Der Autor, der seit seinem starken Debütroman "Tollwut" als "ernstzunehmender Erzähler" gelte, versuche in diesen für das Augsburger Kulturmagazin "a-guide" verfassten Texten immer wieder, sich als "mieselsüchtiger Undergroundliterat" zu stilisieren. So sitze er beispielsweise in Biergärten und denke an Selbstmord. Der Kritiker freut sich zwar über manch sarkastisches Bonbon, bemängelt aber vor allem Doblers Versuch, Vorbildern wie Wolf Wondratschek oder Charles Bukowski nachzueifern. Dabei erscheine er häufig gewollt "originell", was teilweise zu Stilblüten führe. "Ein paar gute Geschichten" hat der Kritiker zwar gelesen, wünscht sich für das nächste Mal aber doch ein paar mehr.
"Gut geklaut" findet Rezensent Rene Hamann die "Letzten Stories" von Franz Dobler. Das ist keineswegs kritisch gemeint, macht doch Dobler selbst Vorbilder wie Jörg Fauser kenntlich, lässt sie teilweise auch in seinen Geschichten erscheinen. Da treffen sie auf Außenseiter in amerikanischen Spelunken oder auf andere menschliche Abgründe oder hören obskure Country-Musik der fünfziger und sechziger Jahre. In seinen 26 Erzählungen zeichnet Dobler, ganz Schreiber der alten Schule, mit gekonnt "zuschlagenden" Sätzen ein Bild unhipper Subkulturen; dabei kann es passieren, dass er ab und zu mal in den Abgrund der "Poetryschlammkämpfenden" rutscht: Wenn aus einer einfallslosen, banalen Begebenheit unbedingt ein Text entstehen soll. Dies sei aber die Ausnahme, betont der Rezensent, und außerdem sei das kleine Buch "abgedreht genug", so dass nie Langweile aufkomme. Schließlich kann sich der Kritiker nur noch wünschen, dass Dobler "aus der gut geklauten Schreibe" eine eigene mache; dann nämlich habe man endlich wieder einen vorzeigbaren deutschen Autor.
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