Aus dem Englischen von Theda Krom-Linke. Richard Sonnenfeldt, 1923 im sachsen-anhaltinischen Gardelegen geboren, flüchtete mit 15 Jahren nach England, wo ihn die Eltern vor der Verfolgung durch die Nazis sicher wähnten. Niemand konnte damals ahnen, dass er eine Odyssee um die Welt antreten würde, die ihn über Australien und Indien nach Amerika führte. Als amerikanischer GI kehrte er nach Deutschland zurück und wurde schließlich Chefdolmetscher der Anklage bei den Nürnberger Prozessen. Fast 60 Jahre später erzählt der heute 78-Jährige aus seinem bewegten Leben.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 11.12.2003
Gabriele von Arnim ist beeindruckt von Richard W. Sonnenfeldt. Weniger vom Stil seiner Erinnerungen - Sonnenfeldt sei "kein Meister der Worte" -, als vielmehr von dem Mann selbst, der sein Leben nicht wie andere Juden - zurecht - als "tragische Irrfahrt" empfinde, sondern sein Entkommen aus Nazideutschland als "aufregendes Abenteuer voller kleiner Heldentaten" schildert. Man erfahre von dem Elektroingenieur, Erfinder und Chefdolmetscher der Nürnberger Prozesse nichts Neues, die kleinen Beobachtungen nebenbei belohnen den Leser aber für seine Ausdauer, befindet von Arnim. Die praktische Attitüde des Autors, mit der er seinen unglaublichen Aufstieg schildert, diese "emotionslose Hemdsärmeligkeit" gepaart mit einer "grübelfreien Mentalität" macht für die Rezensentin den Reiz dieses Buches aus.
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