Der von Georges Bataille am Vorabend des Zweiten Weltkriegs entworfene Mythos des "Acephale" und die gleichnamige, auf ihm begründete Geheimgesellschaft , um die es in diesem Buch geht, reden nicht der Kopfl osigkeit das Wort; sie fordern die Abschaff ung aller sozialen Strukturen, die von einem einzigen Kopf, sei es ein Gott, traditioneller Souverän oder faschistischer Führer, beherrscht werden. "Acephale", der Mythos einer "führerlosen Gemeinschaft ", ist als ein leidenschaftliches Plädoyer für den Pluralismus, die Vielköpfig- und Vielstimmigkeit zu verstehen. Rita Bischof rekonstruiert einen Ausschnitt aus der Geschichte der französischen Intellektuellen der Zwischenkriegszeit, über die bislang nur die wildesten Spekulationen in Umlauf waren. Dabei tritt ein dichtes Netz ans Licht, das die französische mit der deutschen Philosophie eng verknüpft .
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.04.2011
Katharina Teutsch muss sich schon sehr vorsehen beim Lesen, um nicht den Faden zu verlieren. Was es mit George Batailles Vorkriegstätigkeiten und der Geheimgesellschaft "Acephale" auf sich hatte, ob und inwieweit sie eine Art Gegenmythos zum Faschismus darstellte, all das scheint ihr in dem Buch von Rita Bischof nicht ausreichend geklärt zu werden. Stattdessen überfällt die Autorin die arme Rezensentin allenthalben mit Referaten zu Hegel, Nietzsche und Simmel oder "philiströsen" Versuchen, Batailles Kritikern Missverstehen nachzuweisen. Als Teil der französischen Ideengeschichte zwischen den Kriegen bleibt Teutsch der Mythos von Acephale weiterhin eher dunkel.
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