Zwei Weltkriege, die russische Revolution, Aufstieg und Fall des Dritten Reichs, der Holocaust - zwischen 1914 und 1945 brechen große politische Katastrophen über Europa herein und verändern die Gesellschaft von Grund auf. Im Zentrum der Katastrophen stehen drei Diktatoren: Lenin, Stalin und Hitler. Während über die Verbrechen und Grausamkeit der Letztgenannten Einigkeit besteht, wird Lenin bisweilen als guter Gründungsvater eingeschätzt. Zu unrecht. Der Historiker Robert Gellately beweist in seiner Studie Lenins verheerende Rolle für die jüngere Geschichte und liefert damit den Schlüssel zu einem besseren Verständnis des großen Weltenbrands.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2009
Der Autor ist Jürgen Elvert als Kenner des Nationalsozialismus bekannt. Robert Gellatelys vergleichende Studie zu Lenin, Stalin und Hitler profitiert laut Elvert zudem von der Öffnung der russischen Archive Anfang der 90erJahre. Auf Basis dieser Erkenntnisse gelingt Gellately, so erklärt der Rezensent, eine gleichermaßen spannende wie Forschungslücken schließende Arbeit, die auch die Frühgeschichte des sowjetischen Kommunismus miteinbezieht. Nach einer vielversprechenden Einführung sorgt die Lektüre des Buches beim Rezensenten allerdings durchaus für "gemischte Gefühle". So solide, pointiert und insgesamt zuverlässig der Autor hinsichtlich der drei Diktatoren (vorwiegend englischsprachige) Quellenliteratur nutzt, Urteile fällt und dem Leser die Fakten präsentiert, so wenig findet Elvert den in Aussicht gestellten und seiner Meinung nach gewinnbringenden Strukturvergleich eingelöst. Dafür, meint Elvert, fehlt ein "gemeinsames Raster".
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