Nach fast 30 Jahren treffen zwei ehemalige Freundinnen einander wieder. Der Mann, um dessentwillen sie sich damals getrennt haben, ist längst tot. Aber noch immer bestimmt er das Denken und Fühlen derjenigen, die ihn nicht bekommen hat. Und sie muss der anderen eine Frage stellen, die sie seit Jahren quält... Unerbittlich lotet dieser Roman die dunkelsten Winkel der menschlichen Seele aus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.12.2002
Eberhard Rathgeb verreißt in seiner kurzen Rezension den Erfolgsautor von "Schlafes Bruder" recht ordentlich. In diesem Buch gehe es nicht um ein musikalisches Genie, sondern um einen Dichter ohne Worte - ohne Worte, weil die Sprache "ihm und dem, was er zu sagen hatte nicht genügte". Er ist tot, aber zwei Frauen, die ihn geliebt haben, unterhalten sich über die alte Zeit. Es sei ein trauriger Roman in dem viel gelitten werde, erklärt der Rezensent und dieser Schmerz, so warnt er, springe auf den Leser über: "Denn so hartherzig und so abgebrüht sind wir nicht, dass wir an diesem Gefasel über die Liebe und deren Geheimnis und Macht nicht leiden würden, das Schneider, selbst keiner der Dichter ohne Worte, den beiden Frauen eingebrockt hat."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.09.2002
Die selektive Auswahl und Orientierung, die ein Kritiker den Leser zu bieten hat, nimmt sich Ulrich Baron in dieser Rezension wirklich zu Herzen. Er stellt sich schützend vor den Leser, dem er die Lektüre dieses neuen Romans von Robert Schneider nicht zumuten möchte. Das Talent, das dem Autor nach dessen erfolgeichem Debüt ?Schlafes Bruder? zugeschrieben worden ist, ließe sich in seinem neuen Werk beim besten Willen nicht erkennen. Zwei alte Damen, die sich im australischen Sydney einander ihre erlebten ?Lebens- und Liebestragödien? enthüllen - zudem die Widersprüchlichkeit eines in den Geschichten auftauchenden männlichen Protagonisten. Bitter verweist Baron lediglich auf eigenwillige Lesebedürfnisse: ?Wer sich gerne in die Kelche von Stilblüten vertieft, bis ihm so ganz tiefsinnig ums Herz wird, darf sich hier auf eine reiche Ernte freuen?. Bis auf eine eventuelle Bereicherung durch die in Sydney geschilderten kulturhistorischen Ereignisse ist für Baron in diesem Roman nicht viel zu holen: Wer ?beim Lesen nicht in die Luft gehen will, der sollte sein Gemüt vor diesen Schatten bewahren?.
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