Aus dem Englischen von Maria Seifert. Alles beginnt an einem Winterabend im ländlichen Ontario mit dem Wurf eines Schneeballs. Der zehnjährige Dunstable Ramsay muss sich sputen, rechtzeitig nach Hause zu kommen. Sein Freund Percy Boyd Staunton, mit dem ihn eine lebenslange Freund- und Feindschaft verbinden wird, hat noch einen letzten Schneeball geformt, den er ihm hinterherwirft. Dunstable duckt sich weg, und das eisige Geschoss landet auf dem Rücken der hochschwangeren Mrs. Dempster, die ihren Sohn Paul viel zu früh auf die Welt bringt. Das Schneegeschoss verbindet in dieser schicksalhaften Minute für immer das Leben dieser drei Jungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2019
Rezensent Kai Sina entdeckt die kaum erfreuliche, aber, wie er findet, realistische Lehre von der Zufälligkeit des menschlichen Schicksals in Robertson Davies' Roman. Für ihn ist das der Kern des Modernen in diesem Buch um einen zum fleißigen Heiligenforscher geläuterten verschrobenen Gelehrten. Formal dagegen scheint Sina der durch seine vielen reflexiven Passagen für ihn als Ideenroman durchgehende Text über Religion, Schuld, Krieg, Geschichte und Moral alles andere als avantgardistisch, sondern von "eleganter Leichtigkeit".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2019
Michael Schmitt sieht in dem Roman des Kanadiers Robertson Davies ein eindringliches Buch. Die Geschichte um eine lebenslange, wenngleich eingebildete Schuld, erzählt von einem auf sein Leben zurückschauenden Lehrer in der kanadischen Provinz, streift für Schmitt das Religiöse wie den Krieg und die Seele des Erzählers. Dass der Autor ganz ohne Ironie und Spielereien auskommt, erinnert Schmitt an den Bildungsroman bei Gottfried Keller und die pietistische Selbsterforschung, Erinnern als Form der Therapie. Dazu passen laut Schmitt die "altväterliche" Strenge im Handlungsaufbau und die Konsequenz bei der Behandlung moralischer Fragen.
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