Erfurt, Winnenden, Utøya - groß ist das öffentliche Entsetzen nach jedem Amoklauf eines Sportschützen. Und kurz. Dafür sorgen die Propagandisten der Schützen-Verbände und die ihnen hörigen Politiker. Und wieder verdrängen die für einen Moment beunruhigten Bürger die Gefahren tödlicher Sportwaffen. Bis zum nächsten Massaker.
Roman Grafe legt diesen Kreislauf aus kollektivem Egoismus, Ignoranz, fehlendem Mitgefühl und immer neuen Sportschützen-Opfern offen. Der Autor hat nach jahrelangen Recherchen erstmals Ursachen und Folgen des Sportwaffen-Wahns umfassend dokumentiert. Er beschreibt die Geschichte des laschen Waffenrechts und der Privatwaffen-Morde in Deutschland und weltweit.
Zudem zeigt Grafe auf, wie es in drei demokratischen Rechtsstaaten gelang, die Waffengesetze wirksam zu verschärfen. Und wie in Deutschland allein die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" seit dem Winnender Schulmassaker 2009 für ein Verbot tödlicher Sportwaffen, egal welchen Kalibers, kämpft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.03.2019
Auf den Tag zehn Jahre ist es her, dass in Winnenden ein Schüler mit der halbautomatischen Militärwaffe seines Vaters, eines Sportschützen, sechzehn Menschen erschoss - und der Journalist, Autor und Filmemacher Roman Grafe eine Initiative zum Verbot tödlicher Sportwaffen gründete, erinnert Robert Probst. Mit "Spaß und Tod" zieht Grafe nun auf 650 Seiten eine Zwischenbilanz, die den Rezensenten tief erschüttert. Dabei, so macht Probst schnell klar, hat er an dem Buch einiges auszusetzen, immer wieder geht mit dem Autor der Aktivist durch, steht sein Anlegen einer nüchternen Analyse im Weg. Dennoch wird vieles eindrucksvoll deutlich, der von Politik und Waffenverbänden gepflegte "Mythos vom scharfen deutschen Waffenrecht" etwa oder die in der chronologischen Auflistung von Amokläufen zu Tage tretenden immer gleichen Floskeln von Funktionären und Politikern, stellt Probst fest. Er bewundert Grafes Engagement und wundert sich, warum es nicht einen breiten Konsens für dessen Anliegen gibt.
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