Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2007
Seine Aufgabe, so der Rezensent, erfüllt der Autor mit "vorbildlicher Klarheit". Dankbar durchforstet Joseph Hanimann Rudolf von Bitters Rezeptionsstudie zu Louis-Ferdinand Celines Roman "Reise ans Ende der Nacht". Mit dem Resultat, dass er Celine zwar kaum als weniger "sperrig" empfindet, doch Aufschlussreiches zu Übersetzungen des Textes sowie zur "Celine-Einschätzung" vor und nach '45 (Bitter ziehe hier eine "klare Trennlinie") erfährt. Obgleich Hanimann Bedenken äußert angesichts von Aussagen des Autors zu den nationalsozialistischen und antisemitischen Aspekten der Celine-Rezeption, hält er die quellengestützte Offenlegung der deutschsprachigen "Rezeptionsspuren" doch für "annähernd erschöpfend". Daran können auch die "wissenschaftlich jargonierenden Marotten" der Arbeit und das Fehlen einer Darstellung der Wirkungsgeschichte innerhalb der deutschen Gegenwartslitertaur nichts ändern. Schließlich, so Hanimann, ergäbe das "ein anderes Buch".
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