William J. Dodd

Jedes Wort wandelt die Welt

Dolf Sternbergers politische Sprachkritik
Cover: Jedes Wort wandelt die Welt
Wallstein Verlag, Göttingen 2008
ISBN 9783835302303
Gebunden, 358 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

William Dodd legt mit diesem Band die intellektuelle Biographie Dolf Sternbergers (1907-1989) als Sprachkritiker vor. Im Mittelpunkt stehen dabei zunächst Sternbergers kultur- und sprachkritische Veröffentlichungen als Redakteur der Frankfurter Zeitung in den Jahren 1934-1943. Erstmals werden hier seine wichtigsten Veröffentlichungen im "Dritten Reich" zum Thema Sprache eingehend erörtert und der Wandel seiner sprachkritischen Praxis im Nationalsozialismus dargestellt. Dodd zieht dazu unveröffentlichte Texte aus dem Nachlaß und in Vergessenheit geratene Beiträge aus der Frankfurter Zeitung heran, die zum Teil im Textanhang abgedruckt sind. Der von Sternberger in der "inneren Emigration" entwickelte sprachkritische Habitus sollte für die in der Wandlung veröffentlichten Glossen, das "Wörterbuch des Unmenschen", bestimmend werden. Mit den späteren Buchausgaben dieses Wörterbuches setzte eine öffentliche Rezeption ein, die einen Höhepunkt im "Sprachstreit" der 1960er Jahre fand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2008

Neue Einsichten in das Werk Dolf Sternbergers hat der Band Helmut Glück beschert. Dass William J. Dodd seine Studie zur politischen Sprachkritik Sternbergers umfassend und gut lesbar angelegt hat, dankt ihm der Rezensent. Ebenso die Quellenfundierung. Viel Neues über Sternberger als einem humanistisch geprägten Intellektuellen während der Hitlerjahre und über sein Mittun beim geistigen Neubeginn erfährt Glück, etwa durch Dodds philologische Lektüre von Sternbergers "Wörterbuch des Unmenschen" von 1948. Ein wenig ärgerlich dagegen findet Glück, dass der Autor es versäumt, Bezüge herzustellen, die dem Rezensenten als naheliegend erscheinen. Zur Sprachkritik des "Deutschen Sprachvereins" etwa, zum "Streiflicht", zur "Fackel". Dass Dodd die Vorgeschichte des nazistischen Sprachgebrauchs unter den Tisch fallen lässt, findet Glück gleichfalls bedauerlich.
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