Aus dem Englischen von Georgia Hanenberg. Mit 28 Abbildungen. Ruth Gay bietet einen Überblick über die Entstehung einer neuen jüdischen Welt in Deutschland nach 1945. Im Mittelpunkt stehen das jüdische Leben in den Lagern für displaced persons in den Jahren 1945-1948 und die Gründung sowie die unterschiedliche Entwicklung der neuen jüdischen Gemeinden in West- und Ostberlin. Nach 1948 blieben nur 12000 osteuropäische Juden in Deutschland und gründeten zusammen mit den wenigen überlebenden deutschen Juden die neuen jüdischen Gemeinden. Ruth Gay erklärt, warum die Menschen blieben, warum sie zurückkehrten, wie sie lebten, wie sie sich in der ihnen neuen Welt zurechtfanden und wie die in Deutschland geborene und erzogene zweite Generation mit der Vergangenheit ihrer Eltern und der Gegenwart, in der sie aufwachsen, umgeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2002
Notwendigkeit und Qualität dieses Buches über jüdisches Leben im Nachkriegsdeutschland verstehen sich für den Rezensenten Julius H. Schoeps offensichtlich von selbst. Seine Besprechung ist bis auf eine Ausnahme vollkommen bewertungsfrei. Stattdessen nimmt sich Schoeps viel Zeit und Raum, den Inhalt von Ruth Gays Untersuchung, "von der bereits eine Reihe lesenswerter Bücher in deutscher Sprache erschienen sind", zu präsentieren. Ausführlich referiert er von Gay zusammengetragene Fakten: etwa über die "Rachegefühle und Verzweiflungstaten" aus Osteuropa stammender Juden, die unmittelbar nach dem Krieg in Lagern für "Displaced Persons" leben mussten; die Zahlenverhältnisse jüdischer Bürger in Ost und Westdeutschland; die Beschreibung des "eigenartigen Phänomens" einer Konvertierungswunschwelle von Christen in den 50er Jahren. Für "das interessanteste Kapitel des Buchs" hält Schoeps die Darstellung der Entwicklung in der DDR, und auch hier referiert er ausführlich die Problematik jüdischen Lebens bis heute. Leider wird manchmal nicht immer ganz deutlich, ob der Rezensent tatsächlich Gays Buch referiert oder aus eigener Kenntnis und Anschauung berichtet. Und so bleibt auch im Unklaren, ob seine abschließenden Bemerkungen über einen möglicherweise bevorstehenden grundlegenden Wandel des deutschen Judentums durch den Zuzug ehemaliger Bürger der Sowjetunion, nun eine eigene Einschätzung ist oder auf Gays Buch basiert.
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