Ruth Jung zeichnet eine Geschichte des Widerstands gegen die neoliberale Politik auf und versucht Attac historisch einzuordnen. Mit Beiträgen von Jose Saramago, Bernhard Cassen, Ignacio Ramonet u.a.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.09.2002
Den Versuch, die Geschichte von Attac soziokulturell und historisch einordnen zu wollen, ist Ruth Jung auf besondere Weise gelungen, meint Rezensentin Gitta Düperthal. "Ebenso kreativ wie scharfsinnig" gehe die Autorin an die Aufgabe, eine Protestbewegung darzustellen, die sich einer hergebrachten Einordnung schon prinzipiell entziehen würde. Besonders die eigenwillige Herangehensweise Jungs findet Anerkennung bei der Rezensentin: Ihre Argumente kommen "erfrischend assoziativ und subjektiv" daher, lässt ein "rebellisch-lustvolles Protokoll" dieser neuen Bewegung entstehen, so Düperthal. Neben den Beiträgen von Saramago, Cassen und Ramonet - die sich nüchtern analytisch der Herrschaft der Märkte entgegenstellten - sei der spannendste Teil des Buches Jungs Interpretation des historischen Fundaments der Bewegung, die zum Beispiel Marx und Engels "aus der Mottenkiste hervorkramt und entstaubt in einem neuen Zusammenhang" stellt. Genauso beachtlich findet Düperthal die an die Schriftstellerin George Sand angelehnte "emanzipative und positive" Umdeutung des Begriffs Propaganda. Somit sei das Buch insgesamt höchst lesenswert und glaubwürdig. Dazu kommt ein "unkonventioneller Stil" und eine "sehr progressive Geschichtsrezeption, die Volksmund und dessen Ausdrucksformen gleichberechtigt neben berühmten Denkern zu würdigen versteht", lobt die Rezensentin.
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