Sabina Adler zeigt, wie die russische Gesellschaft zu dem wurde, was sie heute ist: eine ihrer Meinungsfreiheit beraubte Nation, über deren Wirtschaftskraft die Führungsclique nach Belieben verfügt. Diese hat ein System errichtet, in dem politische, militärische und wirtschaftliche Eliten untrennbar verzahnt sind und dadurch uneingeschränkte Macht auf das Leben der Menschen ausüben. Mit Putin an der Spitze, der bald länger herrscht als Stalin. Wohin führt Putins Kurs das Land - und uns?
Die Journalistin und renommierte Osteuropa-Expertin Sabine Adler hat mit "Was wird aus Russland? Über eine Nation zwischen Krieg und Selbstzerstörung" eine fundierte und informative Darstellung der derzeitigen politischen Lage Russlands geliefert, stellt Rezensentin Barbara Oertel fest. Gut lesbar und unter Einbeziehung historischer Tiefenperspektiven behandelt das Buch, so Oertel, drängende Fragen, deren Details andernorts wenig diskutiert werden. Es entwickle daraus dringend notwendige Prognosen, etwa zur Fortdauer des Regimes Wladimir Putins und deren Zusammenhang mit dem Ausgang des Angriffskriegs in der Ukraine oder zur prekären Lage der russischen Opposition. Ein eigenes Kapitel ist den nationalen Minderheiten in der Russischen Föderation, wie den Tschetschen*innen, Buriat*innen und Tatar*innen, und deren erst entstehenden Sezessionsbewegungen gewidmet. Alles in allem bietet das Buch eine überzeugende Einschätzung zur Lage Russlands, die der Rezensentin zufolge in den politischen Debatten zum Umgang mit Russland ernstgenommen werden sollte.
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