Marcus M. Keupp

Spurwechsel

Die neue Weltordnung nach Russlands Krieg
Cover: Spurwechsel
Quadriga Verlag, Köln 2025
ISBN 9783869951539
Gebunden, 304 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Das Ende der Geschichte ist erneut vertagt. Der Krieg ist zurück in Europa. Die Ukraine ist erst der Anfang! Der russisch-ukrainische Krieg ist weit mehr als nur ein europäischer Regionalkrieg. Weltweit hat er die Nationalstaaten zu Spurwechseln gezwungen. Diese Dynamik verändert unsere Lebensrealität in einem bislang kaum vorstellbaren Ausmaß. Der Militärökonom Marcus M. Keupp analysiert diese erzwungene Neuordnung der Welt und erklärt, warum wir nicht nur vor einem neuen Kalten Krieg stehen, sondern vor einer welthistorischen Grundsatzfrage, die sich in diesen Tagen entscheidet. So hat der russisch-ukrainische Krieg die Deutschlandfrage neu gestellt. Erstmals seit 1945 muss das deutsche Volk selbst entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Kein großer Bruder in Moskau, kein alliierter Kontrollrat entscheidet mehr, wo die Grenzen des Handelns liegen. Man muss Position beziehen, erklären, wo man steht: Welche Weltanschauung vertritt man? Will man eine nationalistische oder pluralistische Gesellschaft sein, befürwortet man den autoritären Kollektivismus oder den liberalen Individualismus? Und steht man auf dem Boden des Völkerrechts oder liebäugelt man mit einer brutalen Weltordnung schrankenloser Macht? 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2025

Einen nüchternen Blick auf Russland in Zeiten imperialer Kriege wirft Marcus M. Keupp laut Rezensent Thomas Speckmann. Der Autor argumentiert, dass Russland sich zwar wirtschaftlich mehr und mehr vom Weltmarkt abkoppele, daraus jedoch nicht folgt, dass das Regime geschwächt wird - vielmehr wird es sogar gestärkt, da sich die lokale Wirtschaft auf niedrigem Niveau selbst tragen kann, zumindest solange in dem nach wie vor von Rohstoffexporten abhängigen Land der Ölpreis mitmacht. Ein Ende der Kriegswirtschaft kann sich Russland jedoch in Keupps Augen auf die Dauer nicht leisten, der Krieg ist der einzige Wachstumstreiber, deshalb muss er weitergeführt werden, mittelfristig nicht unbedingt in der Ukraine, sondern vielleicht eher in abgelegeneren Ländern Zentralasiens. Die imperiale Weltsicht wird Russland jedenfalls nicht so schnell aufgeben, so Speckmann mit Keupp, für den Westen heißt das, dass er, was ja auch bereits geschieht, sich von der Appeasementpolitik der Vergangenheit verabschieden und den Ukrainekrieg als das betrachten muss, was er ist: als den Konfikt zweier grundverschiedener Vorstellungen über die Welt. Illusionen darf man sich über das russische Handeln jedenfalls nicht mehr machen, lernt Speckmann von diesem klug argumentierten Buch.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…