Aus dem Arabischen von Larissa bender. 2012 erregte Samar Yazbeks Syrien-Bericht "Schrei nach Freiheit" Aufsehen. Yazbek musste fliehen; seither kehrte sie mehrfach heimlich in ihre Heimat zurück und beobachtete, wie sehr sich die Revolution verändert hat: Vom friedlichen Bürgerprotest gegen die Diktatur zum bewaffneten Widerstand, dann zum Bürgerkrieg, immer stärker dominiert von islamistischen Gruppen, bis zum bloßen Albtraum, aus dem der IS den größten Nutzen zieht. Yazbeks Interesse gilt den einzelnen Menschen in diesem Wandel, deren Schicksale sie mit großer Eindringlichkeit beschreibt. Sie sind die Hoffnung Syriens - und das Ergebnis einer Gewaltspirale, die das Land täglich weiter zerstört. Ein wichtiges, dringendes Buch.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.09.2015
Eine Innenansicht des Syrienkonflikts erhält Angela Schader mit den Reportagen der Journalistin, Schriftstellerin und Bürgerrechtsaktivistin Samar Yazbek. Die Positionsbestimmung der Autorin als quasi fiktive Figur in einer kriegerischen Realität findet sie zwar eigenartig, doch als Mittel, um die Zeugenschaft von Gewalt und Leid im Gespräch mit Opfern und Kämpfern auszuhalten, scheint sie ihr legitim. Wie in den chronologisch geordneten Gesprächen zwischen 2012 und 2013 langsam die Hoffnung schwindet, sich dschihadistische Kämpfer durchsetzen und Schmerz und Resignation zunehmen, empfindet Schader mit Beklemmung nach. Für sie stellt die Autorin mit ihrem Bericht von den Übergriffen der Regierungssoldaten Assads ein reales Gleichgewicht des Schreckens her.
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