Die syrische Stadt Palmyra gehört zu den berühmtesten Zeugnissen der Antike. Umso stärker war die Wirkung der Zerstörungen des IS seit dem Mai 2015. Am Beispiel dieser Ereignisse beschreibt der Autor, dass die Unterscheidung von Menschen und Monumenten angesichts einer Praxis, die Menschen als lebendige Bilder und Bilder als lebendige Feinde vernichtet, nicht mehr trennungsscharf zu vollziehen ist. Vor diesem Hintergrund plädiert er für eine neue Perspektive des Wiederaufbaus: die kämpferische Rekonstruktion.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2016
Kia Vahland liest Horst Bredekamps Analyse der Bildpropaganda der Terroristen in Palmyra mit Grauen. Mit welcher Grausamkeit die Gegenwart des Terrors an die Stelle von Kunst und Kultur gesetzt wird, verschlägt Vahland den Atem. Bredekamps Feststellung der Verschränkung von Gewalt gegen Menschen und Bilder und seine kämpferische Schlussnote nach der Rekonstruktion der Erignisse von Palmyra, man möge eine Kunstschutzarmee bilden und Palmyra als neues Bildreservoir wieder aufbauen, um der IS-Propaganda zu begegnen, scheinen der Rezensentin äußerst bedenkenswert.
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