Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2005
Barbara Köhler versuche sich klar von der ersten deutschen Übertragung der Beckettschen Gedichtfolge "Mirlitonnades" durch Karl Krolow abzusetzen, berichtet Felix Philipp Ingold. Krolow habe die "sperrigen" und unhandlichen Reime Becketts ein wenig zu stark "begradigt", meint Ingold, Köhlers freie Nachdichtung nun gehe zwar auf das Raue der Lyrik Becketts ein, gefällt Ingold aber auch nicht ganz. Köhlers Konzentration auf die "harsche Klanglichkeit" des Originals führe stellenweise leider zu einer "Vergröberung" der Inhalte. Und auch der Titel hätte korrekterweise nicht mit "Trötentönen", sondern mit "Schepperversen" oder ähnlichem übersetzt werden müssen, wie der Rezensent philologisch streng anmerkt. Einen "merklichen poetischen Mehrwert" kann Ingold dieser neuen Übersetzung durch Barbara Köhler somit nicht attestieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2005
Andreas Dorschel steht dieser Neuübersetzung von Samuel Becketts "Mirlitonnades" etwas zwiespältig gegenüber. Er findet, dass die Übersetzerin Barbara Köhler der scheinbaren "Einfachheit" Becketts, die allerdings, wie Dorschel betont, einen "doppelten Boden" hat, mit allzu viel Gewicht auf der Pointe begegnet und damit "gründlich verflacht". Die Notizen zu ihrer Arbeitsweise dagegen lobt er als "charmant" und er kann es durchaus anerkennen, dass sich die Übersetzerin mehr vom "Klang" als von der "Bedeutung" der einzelnen Worte hat leiten lassen. Wenn Köhler dann in einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber einer einzigen, dem Original gleichkommenden Übersetzung mitunter gleich mehrere Varianten für eine Formulierung bietet, stellt sich für den Rezensenten bei der Lektüre durchaus "Vergnügen" ein, das durch einige Faksimiles von Beckett, die auch abgedruckt sind, noch verstärkt wird.
Schon den Titel findet der Rezensent Volker Frick ziemlich unglaublich: Sind diese "Trötentöne" wirklich kein Druckfehler? Nein, offenkundig nicht. Dabei war der Titel, unter dem schon einmal Übersetzungen dieser späten, kurzen, so verspielten wie finsteren Beckett-Texte erschienen, nämlich "Flötentöne", doch durchaus in Ordnung. Und die Übersetzungen von Elmar Tophoven und Karl Krolow waren es auch - ja, Krolows Versionen findet Frick sogar "einzigartig". Von Barbara Köhlers Übersetzungen will er das nicht sagen, auch wenn sie mitunter durchaus "kongenial" geraten sind. Andererseits gehe der "poetische Klang des Originals" meist verloren, vieles bleibt unverständlich. Für den an Beckett Interessierten gibt es hier, resümiert der Rezensent, nichts Neues - und so ist das Buch wohl nur etwas für Fans der Suhrkamp-Autorin Barbara Köhler.
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