Aus dem Spanischen von Jochen Weber. In der Dunkelheit des Urwalds lebte einst eine Mutter mit ihren drei Söhnen. Der Jüngste, NeNe, hat Zauberkräfte: Er kann Tiere zum Leben erwecken, und noch einiges mehr... In diesem poetischen Schöpfungsmythos der mexikanischen Tzotzil-Maya wird vom Anfang der Zeit und von der Schaffung der Gestirne erzählt. NeNe verwandelt sich am Ende in die Sonne und schenkt der Welt das Licht und das Leben. Die Tzotzil leben im Hochland von Chiapas und gelten als direkte Nachfahren der alten Maya.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
Einen mexikanischen Schöpfungsmythos ins Buch zu bringen für Kinder ab 5, ist ein Wagnis, das erkennt auch Rezensentin Sabine Wienand. Leider ist das Wagnis übermächtig groß und der Text greift zu kurz, um die Tzotzil-Maya-Geschichte in all ihren verzweigten Einzelheiten aufleuchten zu lassen, wie Wienand eingestehen muss. Mitunter wirkt der Text auf sie wortreich visionär, leider auch kein Kompliment. Zum Glück sind da noch die Bilder der japanischen Zeichnerin Tamana Araki, denen Wienand geradezu hypnotische Erlebnisse verdankt. Die im Mythos verhandelte Grausamkeit der Sonne etwa kommt laut Wienand in der sprechenden Schlichtheit der Bilder gut rüber. Sie geben der Symbolik der Maya den nötigen Raum, um sich zu entfalten, erklärt die Rezensentin.
Hingerissen ist Rezensentin Eva-Christina Meier von Ámbar Pasts, Maruch Mendes Peres' und Tamana Arakis Kinderbuch "Als die Sonne ein Kind war" aus Mexiko. Das auf einer Schöpfungsgeschichte der Maya basierende Werk erzählt für sie eindrucksvoll vom Mond und der Sonne, von Tieren und Pflanzen, von einem Jungen in den lakandonischen Wäldern, der Dingen Leben einhauchen kann. Begeistert haben sie insbesondere die Illustrationen von Tamana Araki, die in Grau, Schwarz und Gelb gehaltene, "sagenhafte Bilder" geschaffen habe. Meier kann das Buch nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen empfehlen. Es vermittelt in ihren Augen einen "anderen Blick auf die Welt". Ihr Fazit: ein "Glücksgriff".
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