Aus dem Englischen von Uda Strätling. In Buffalo, in einem im Blizzard stehen gelassenen Auto, findet sich ein mysteriöses Notizbuch. In ihm verzweigen sich eine Fülle von Geschichten, die wie ein Schneekristall um eine Achse wachsen: Vor den Augen des Lesers entsteht eine suggestive Erzählung über das Heranwachsen, über die Einsamkeit in der Dämmerung der Vorstädte, über eine verlorene Kindheit und die erste Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2005
Sarah Emily Mianos Debüt kommt zwar durchaus "schlank und gegenwartsnah" daher, meint Rezensentin Angela Schader. Von ihrem großen Vorbild W. G. Sebald, unter dessen Ägide sie ihr literarisches Handwerk erlernte, sei die junge Autorin jedoch noch weit entfernt. "Mangelnde Lebenserfahrung", urteilt die Kritikerin, ließen Mianos Enzyklopädie zu den Leitthemen Schnee, Kälte und Eis eher in die Breite statt in die Tiefe gehen. Die "literarische Koketterie" der Autorin und der "Reichtum an Innen- und Außenperspektiven" könnte zwar für den geschulten Leser eine "Herausforderung" sein, für Nicht-Romanisten allerdings ermüdend werden. Zu oft verschlüsselt Miano Autorennamen, fordert den Leser zur Lösung literarischer Rätsel auf und bewegt sich damit nur im "detektivisch-spielerischen Bereich". Allein die längeren, erzählenden Sequenzen, in denen die Autorin Einblicke in ihre amerikanische Kindheits- und Jugendwelt gibt, erscheinen der Rezensentin "lebendiger und weniger angestrengt". Doch auch hier bleibt die Kritik Schaders nicht aus: Denn gerade in diesen Stellen "zeigt sich am gnadenlosesten", wie tief der Graben zwischen der Autorin und ihrem Mentor ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2004
Sarah Emily Miano verlangt ihren Lesern
mit diesem Roman durchaus einiges ab, stellt Klaus Böldl fest.
Das Buch setzt sich nämlich aus von "Fragmenten
flankierten" erzählerischen Passagen zusammen, wobei das
Korsett des Textes sich aus einem Konvolut aus alphabetisch
geordneten Aufzeichnungen, Zitaten, Geschichten und Notizen zu
Stichworte ergibt, die sich allesamt um den Themenkomplex Schnee, Eis
und Kälte drehen, erklärt der Rezensent. Dabei demonstriere
die in England lebende amerikanische Autorin, dass sie neben dem
"Rauschen der Tradition", welches sie in den vielstimmigen
Zitaten eingefangen hat, auch "selbst in bester angelsächsischer
Manier" zu erzählen imstande ist. Nicht immer sind die
Bezüge der verschiedenen Fragmente ohne weiteres
nachvollziehbar, räumt der Rezensent ein. Vielmehr handele es
sich bei dem Roman um ein "Buch der Brüche", das
mitunter geradezu irritierend wirke insgesamt aber zweifellos eine
"kurzweilige und lohnenswerte" Lektüre darstelle, wie
Böldl versichert.
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