Mit Illustrationen von Sarah Maus. Sommerferien! Alle Menschen sind draußen, sitzen im Eiscafé oder liegen am Badesee. Nur der vierzehnjährige Juri bleibt zu Hause, denn Juris Lieblingsort ist sein Zimmer - hier fühlt er sich sicher. Knapp zwei Wochen vor Schulbeginn erhält er eine Nachricht von Ava. Die beiden kennen sich aus der Grundschule, seit Jahren haben sie nichts voneinander gehört. Ava würde liebend gern mit anderen Menschen im Freibad sein. Doch Ava hat Hausarrest. "Wegen so einer Sache", sagt sie. Obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, folgen auf Text- und Sprachnachrichten über Joghurteis mit Himbeersoße und schlimmste Geburtstage schon bald erste Geständnisse. Über kleine Geheimnisse und große Ängste. Bis Avas wilde Geschichten das gerade erst gewonnene Vertrauen ins Wanken bringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2024
Rezensentin Eva-Maria Magel würde dieses Buch gern mehr mögen. Denn das Thema, das Autorin Sarah Jäger und Illustratorin Sarah Maus anpacken, ist wichtig: Es geht um die psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen während und nach der Pandemie, klärt Magel auf. So nähern sich hier Vogel Ava und Astronaut Juri, isoliert in ihren Zimmern per Chatnachrichten an, für Juri wird vor allem der erneute Schulbeginn zur Qual. Das "Floskelhafte" von Chatnachrichten fängt Jäger gut ein, meint die Kritikerin - aber dabei geht auch sprachlicher "Reiz" verloren, seufzt sie. Und die Schwarzweiß-Zeichnungen von Sarah Maus ergänzen wenig, sondern bleiben überwiegend "illustrativ", schließt die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2024
Juri wäre gern Astronaut, aber traut sich vor Angst gar nicht mehr aus seinem Zimmer, erklärt Rezensentin Christine Knödler, er hat "Angst vor der Welt". Da erreicht ihn plötzlich aus Zufall eine Nachricht von Ava auf dem Handy, die ihr Zimmer wegen Hausarrest nicht verlassen darf - das ist laut Knödler die Prämisse von Sarah Jägers Jugendroman. Die Geschichte ist komplett in Form von Textnachrichten verfasst, man muss sich "einlassen auf dieses Hin und Her", gibt Knödler zu bedenken, aber es lohnt sich, denn die beiden Protagonisten können so ihre Sorgen, Hoffnungen und auch die Gegensätze zwischen sich erkunden. Ava ist ein eher quirliges Scheidungskind, Juri ist in sich gekehrt, im Laufe der Nachrichten lernen sie sich gut kennen und stellen sich die Fragen um Freundschaft, Liebe und Pläne, die Jugendliche umtreiben - woraus ein lesenswertes, "poetisches Protokoll" entsteht, wie die Rezensentin bekräftigt.
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