Dag Hammarskjöld und Martin Buber haben sich drei Mal zwischen 1958 und 1961 getroffen. Sie sprachen über die Möglichkeiten eines echten Dialoges in der politisch und kulturell kontrovers zusammengesetzten Vollversammlung der Vereinten Nationen, in der durch den Kalten Krieg eine Atmosphäre des allgemeinen Misstrauens herrschte. Hammarskjöld beobachtete eine "Mauer des Misstrauens", die zwischen den Supermächten, deren Vertretern bei den Vereinten Nationen und ihren mit Propaganda vollgestopften Reden herrschte. Buber beschreibt die zwischenmenschlichen Beziehungen, die durch die nukleare Bedrohung, den Palästinakonflikt und den Kalten Krieg entstanden waren, als "Zeitalter des Misstrauens".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.11.2011
Dem Herausgeber Lou Marin und dem Verlag gebührt der Dank des Rezensenten für eine gleichwohl schmerzhafte Erinnerung an ein eher unbekanntes Kapitel des Kalten Krieges, wie Ekkehart Krippendorf es nennt. Denn: Was er aus diesem Buch über die kurze Beziehung zwischen Martin Buber und dem ehemaligen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld vom bloß Historischen einmal abgesehen an Erkenntnis mitnimmt, ist, wie nah sich Geist und politische Macht einmal, für kurze Dauer zumindest, sein konnten, und was daraus hätte erwachsen können, wenn der Buber-Leser Hammarskjöld nicht bald darauf tödlich verunglückt wäre. Ein herrschaftsfreier Dialog mit Bodenhaftung, der Orientierung hätte geben können für praktische Politik, meint Krippendorf.
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