Der Band dokumentiert Saul Friedländers öffentliche Vorträge und Gespräche als erster Gastprofessor des Jena Center'Geschichte des 20. Jahrhunderts'. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Quellen, der Methodik und den Perspektiven der Holocaustforschung. Aufschlussreiche Diskussionen mit Kollegen und Nachwuchsforschern bieten darüber hinaus neue Einblicke in die Biographie Saul Friedländers, der versteckt in einer Klosterschule in Frankreich den Holocaust überlebte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.10.2007
Die äußerst lesenswerte Textsammlung dokumentiert Interviews, Aufsätze und interdisziplinäre Werkstattgespräche, die anlässlich eines Kolloquiums an der Universität Jena mit dem Friedenspreisträger Saul Friedländer entstanden sind, informiert uns Rezensent Matthias Arning. Die verschiedenen Perspektiven und Methoden der Holocaustforschung kreisen um das Konzept der "integrierten Geschichte", die den Versuch unternimmt, "die Juden Europas wieder in die Geschichte ihrer Verfolgung und Vernichtung zurückzuholen", die Archive aus Sicht der Opfer auszuwerten und ihre Geschichte zu erzählen, erklärt Arning. Er empfiehlt, den schmalen Band als Ergänzung zu Friedländers Hauptwerk "Das Dritte Reich und die Juden 1939-1945" zu lesen, weil das offen gehaltene Skizzenbuch die Möglichkeit neuer Fragestellungen und Dialoge bereithalte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
In großer Übereinstimmung fasst Urs Hafner die in diesem Band versammelten Aufsätze und Gespräche von Saul Friedländer zusammen. Der Holocaust-Forscher gehe hier zum einen die Hauptmotive seines zweibändigen Hauptwerks "Das Dritte Reich und die Juden" noch einmal durch und erlaube andererseits einen Blick auf seine Lebensgeschichte. In den Aufsätzen wird Hafner klar, was Friedländer unter "integrierter Geschichte" versteht: die Einbeziehung der Opferperspektive. Außerdem betone Friedländer gegen den Kollegen Martin Broszat noch einmal, dass die Vernichtung der Juden ein Kernbestandteil des Nationalsozialismus war. Und gegen Götz Aly weise er "überzeugend" nach, wie wirtschaftlich unsinnig die Ermordung der jüdischen Bevölkerung war.
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