Aus dem Spanischen von Timo Berger. Innerhalb der reichen, hierzulande grundsätzlich noch zu entdeckenden zeitgenössischen Lyrik Argentiniens nimmt Sergio Raimondi eine zentrale Position ein. Seine Lyrik ist einerseits "metaliterarisch", gelehrt und verständig zugleich, andererseits gekennzeichnet vom Bezug auf die sich wandelnde Alltagswirklichkeit Argentiniens. Es sind Gedichte, die Wirklichkeiten als Horizont der sprachlichen Durchdringung aufscheinen lassen, sich aber gleichzeitig einschreiben in jenes Universum der Texte, die mit den Theorien der Intertextualität für die Lyrik kaum hinreichend beschreibbar sind. Brechts frühe Lyrik wird hier ebenso Bezugspunkt wie die seit dem Modernismo in Lateinamerika gepflegte Tradition einer Hochschätzung des Wortes.
(Dieter Ingenschay)
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.11.2017
Rezensent Tobias Lehmkuhl lernt nicht nur die kapitalistische Gegenwart, sondern auch Argentiniens Geschichte seit 1900 kennen in diesen Gedichten von Sergio Raimondi. Von Dampfmaschinen, Kraftwerken und Anlagen zur Umwandlung von Kohlenwasserstoff vermag ihm der argentinische Lyriker in freien Versen und unkonventioneller Lyrik zu erzählen, lobt der Kritiker. Und wie Übersetzer Timo Berger das technische, gelegentlich an "Bedienungsanleitungen" erinnernde Vokabular ins Deutsch überträgt, ringt dem Rezensenten größte Anerkennung ab.
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