Das Schicksal der afghanischen Frauen ist schon immer eng mit den politischen Interessen der jeweiligen Machthaber im Land verknüpft. Sie müssen als Eigentum, Druckmittel oder Alibi herhalten, um Politik zu rechtfertigen.Afghanistanexpertin Shikiba Babori zeigt, welche Rolle Frauen in der afghanischen Gesellschaft zugewiesen wird. Sie blickt in Geschichte und Gegenwart, hat in weiten Teilen des Landes Gespräche geführt und präsentiert nun ein hochaktuelles, erschütterndes Bild. Ihr Buch ist ein Appell, weiter hinzusehen und zu handeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2022
Rezensentin Leonie Feuerbach lässt sich nicht ganz von Shikiba Baboris Buch überzeugen. Die in Kabul geborene Journalistin und Ethnologin setzt sich mit der Lebenslage von Frauen in Afghanistan auseinander, erzählt hierfür unter anderem sowohl die Geschichte und Gegenwart dieses Landes als auch von persönlichen Beziehungen mit starken Frauen, darunter die 2021 geflohene Fotojournalistin Farzana Wahidy oder die ermordete Frauenrechtlerin Meena Keshwar Kemal, erklärt Feuerbach. Diese Schilderungen sind stark, aber die Kritik an der Nato und den Tonfall Baboris empfindet die Rezensentin oftmals sehr pauschalisierend, flapsig und polemisch. Dadurch wirkt das Buch stellenweise wie ein "Sammelsurium von Anekdoten, Fakten und Meinungen", das die Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage in Afghanistan vollends zunichtemacht, schließt Feuerbach.
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