Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Gottfried Benn, Pablo Picasso, Max Ernst und André Gide. Mit Hellsicht und scharfem Sinn beobachtete Zeitläufte und politische Katastrophen. Der Kampf um Selbständigkeit und die Suche nach geistiger Orientierung: All das bietet das Tagebuch, das Thea Sternheim über einen Zeitraum von 65 Jahren geführt hat. Es ist das Dokument eines wachen und freien Geistes, für den Ästhetik, Moral und Politik stets eine Einheit bildeten. Thomas Ehrsam hat aus der Fülle der Aufzeichnungen eine Auswahl aus ihrer Pariser Zeit zusammengestellt. Sie zeigt Thea Sternheim in der Emigration, der drückenden Vorkriegszeit, als Häftling im Lager Gurs, unter deutscher Besatzung und schließlich in den auch in Frankreich schwierigen Jahren nach dem Krieg. Thea Sternheim, die unbestechliche Chronistin des 20. Jahrhunderts, wird damit einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2024
Das Tagebuch von Thea Sternheim ist das Herzstück ihres Werkes, konstatiert Rezensentin Dorothea Zwirner, jetzt liegt eine Auswahl aus ihren Pariser Exil-Jahren vor: Mit derselben "Sogkraft wie eine Serie" schreibt Sternheim darin über Alltägliches, Politisches und Kulturelles. Von bei den Kreisen französischer Intellektueller, in denen sie sich bewegt, darunter kein Geringerer als der Nobelpreisträger André Gide, geht es über zu den Gräueltaten der Nazis, auch sie wird im Lager Gurs interniert, ihre Tochter in Ravensbrück, Zwirner liest von einer "unvoreingenommenen und unbestechlichen Frau", die genauestens Bescheid weiß und ihre Umgebung präzise schildert. Auch das instruktive Nachwort von Thomas Ehrsam liest sie mit Gewinn - eine bis heute in ihrer ästhetischen und politischen Strenge und in ihrer schriftstellerischen Strahlkraft beeindruckende Lebensgeschichte, resümiert sie.
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