Käthe Kollwitz hat wie keine Zweite dem menschlichen Leiden eine für alle Zeit gültige ästhetische Form gegeben. Die Vita der Kollwitz jedoch, so zeigen Yury und Sonya Winterberg in dieser umfassenden Biografie, ging in Trauer und Sinnsuche nicht auf. Sie war ebenso geprägt von Lebenslust und leidenschaftlicher Liebe. Das Leben der Käthe Kollwitz spiegelt im Spannungsfeld des 19. und 20. Jahrhunderts mit allen Brüchen, Utopien, Verheißungen und Katastrophen ein dramatisches Stück Zeitgeschichte. Von Kommunisten, Pazifisten oder Feministinnen als Ikone verehrt, widersetzt sich ihr Werk jedoch jeglicher Vereinnahmung. Gerade deshalb will es immer wieder neu entdeckt werden. Aufgrund der weltweiten Strahlkraft ihres Werkes gilt Käthe Kollwitz bis heute als die berühmteste deutsche Künstlerin. Mit Hilfe aufwändiger Recherchen zeichnen Yury und Sonya Winterberg das ausdrucksstarke Bild einer Frau, die sich einfachen Einordnungen entzieht und deren Werk so aktuell wie zeitlos ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2015
Trotz allen stilistischen Rhythmusgefühls hätte Angelika Overath sich von Yury und Sonya Winterberg doch eine kleine Zeittafel im Anhang gewünscht, um ihrer Biografie der Käthe Kollwitz besser folgen zu können. Die erzählen die beiden Autoren nämlich keineswegs chronologisch, sondern in filmisch anmutenden Überblendungen unterschiedlicher Zeitebenen, die sie mit viel Material zu füllen suchen, worunter dann gelegentlich die Orientierung leidet, so die Rezensentin. Alles in allem freut sich Overath aber, endlich diese erste Biografie über Kollwitz' Leben und Arbeiten in den Händen zu halten.
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