Herausgegeben von Julia Bettermann und Moetje Feenders. "Stalking" nennt man die wiederholte Verfolgung und Belästigung eines Menschen durch einen anderen. In dem vorliegenden Band werden erstmalig für Deutschland fachübergreifend wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert. Dem Leser soll die Möglichkeit geboten werden, einen Einblick in den Stand der deutschen Stalking-Forschung zu gewinnen sowie Informationen über Chancen der Intervention zu erwerben. Das Buch entstand im Rahmen der ersten interdisziplinären Fachveranstaltung zum Thema "Stalking" in Deutschland. Beiträge aus unterschiedlichen Fachrichtungen wie z.B. Psychologie, Justiz, Kriminalwissenschaften und Opferhilfe spiegeln das Spekturm der Experten, die sich in der Bundesrepublik mit der Thematik auseinandersetzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2004
Interessant, wenn auch gelegentlich redundant - so charakterisiert Andreas Platthaus diesen "schnellsten Tagungsband aller Zeiten", der sich der Kriminologischen Studienwoche zum Thema "Stalking" vom 22. bis zum 26. März 2004 in Hamburg widmet. Stalking ist ein der Jagdsprache entlehnter Begriff fürs "Anpirschen" und bezeichnet die wiederholte Verfolgung und Belästigung eines Menschen durch einen anderen, erklärt Platthaus. Anlass der Debatte sei die Inkraftsetzung des Gewaltschutzgesetzes, das auch Stalking umfasst, aus dem Jahre 2002. Der Schnelligkeit der Edition des Bandes zum Trotz sei die Relevanz des Themas recht spät in Deutschland erkannt worden. Als wirklich störend in dem Band verbucht Platthaus nur die seines Erachtens abenteuerlichen Zwischenrufe des Psychologen Ulrich Kobbe. Zwar überzeugt den Rezensenten nicht jeder Beitrag, wie etwa der Aufsatz zu "Männlichen Opfern" von Hans-Joachim Lenz, in dem Stalking eigentlich gar nicht vorkomme. Aber das Buch bleibe "trotz aller Mängel ein erfreuliches Pionierwerk".
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