Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2000
In einer Rezension, die sich ausschließlich an das philosophisch sattelfeste Fachpublikum richtet, geht Martina Bretz der Frage nach, inwiefern es Stefan Orth mit seiner Dissertation gelungen ist, "Cogito" und "Offenbarung" durch Mithilfe Paul Ricoeurs in einen plausiblen Zusammenhang zu bringen und den christlichen Glauben möglicherweise durch eine "`Ansprechbarkeit` des Subjekts" sich "letztbegründen" zu lassen. Schwerpunkt dieser Dissertation sei daher eine Erläuterung der Thesen Ricoeurs, die, wie die Rezensentin anmerkt, zwei Drittel des Buches ausmachen und auch als eine Einführung zu Ricoeur dienen könnten. Dabei habe der Autor zwar viele sehr interessante Aspekte berücksichtigt, aber nicht alle davon sind nach Ansicht der Rezensentin für die eigentliche Fragestellung von Belang. Der "theologische Rahmen" hingegen fällt ihrer Meinung nach zu knapp aus. An einer Stelle gar "droht Orths Arbeit zu scheitern", findet Bretz, nämlich an dem entscheidenden Punkt, wo von Ricoeurs "zaghaftem Glauben an sich selbst" (Ricoeur sieht das Selbst nicht als Identität, sondern als Reflexivität) "ein Weg zu Gott führe". Ricoeur bietet keine "Ansätze zu einem philosophischen Gottesbegriff", meint die Rezensentin.
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