Stefan Scheil wirft einen kritischen Blick auf den wissenschaftlichen Streit und die Strafverfolgung um die 707. Infanteriedivison der deutschen Wehrmacht. Die Division ist seit den 1990er Jahren öffentlich beschuldigt worden, sich aus eigenem Antrieb an der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung in ihrem Einsatzgebiet im heutigen Weißrußland beteiligt zu haben. Scheil zeigt, dass die Quellen und die Ermittlungen der bundesdeutschen Justiz in der Nachkriegszeit etwas anderes bewiesen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2016
Klaus A. Lankheit kann nicht umhin, Stefan Scheils Untersuchung zu den Kriegsverbrechen der 707. Infanteriedivision der Wehrmacht ein gewisses Verdienst zuzusprechen. Denn der Autor könne in der Tat zeigen, dass Quellen verkürzt beziehungsweise verzerrt wiedergegeben wurden, als es darum ging, diesem Wehrmachtsverband nachzuweisen, dass er "selbstständig und systematisch" Massenmorde an der jüdischen Zivilbevölkerung verübt hat. Diesen Punkt muss man Scheil zugestehen, befindet der Rezensent, und sieht es als Mahnung zu gewissenhaftester Forschung. Allerdings weist Lankheit auch darauf hin, dass Scheil taktisch vorgeht, da er alle weiteren Konfliktfelder ausblendet und in verschwörungstheoretischer Manier von einem Zitierkartell der "etablierten" Geschichtswissenschaft spreche.
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