Hanna Kiel

Die Schlacht um den Hügel

Eine Chronik aus Fiesole vom August 1944
Cover: Die Schlacht um den Hügel
Aviva Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783949302237
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Zu anti-deutsch" sei Hanna Kiels Text, so das Argument, an dem die deutsche Veröffentlichung der "Schlacht um den Hügel" 1947 scheiterte. Die Schriftstellerin und Kunsthistorikerin Hanna Kiel schildert in ihrer "Chronik" jene Wochen im August 1944, als die Wehrmacht die nördlichen Hügel von Florenz besetzte, bis zur Befreiung durch Partisanen und Alliierte. Die Autorin berichtet als Augenzeugin, doch ihre Chronik ist weit mehr als ein bloßes Protokoll des Kriegsgeschehens. Hanna Kiel erinnert den Alltag eines Krieges, in dem es neben Gewalt und Tod auch menschliche Hilfe und Verständigung zwischen den eigentlich verfeindeten Seiten gab. Ihre Perspektive auf den Kriegsalltag in Italien ist einzigartig. Verfasst zwischen Ende 1945 und Anfang 1946, ist "Die Schlacht um den Hügel" ein eindrücklicher Bericht des Erlebten und zugleich ein literarischer Text, geprägt von bemerkenswerter Reflexion und Distanz.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.05.2024

Die Lektüre dieses Buches ist kurz, die Zeit, von der es erzählt auch, doch "der Weg", den man als Leserin damit zurücklegt, ist ein sehr weiter, stellt Rezensentin Katharina Döbler fest. Er führt zu einem Punkt, von dem aus man anders, "schärfer und emotionaler" schaut - nicht nur auf die Vergangenheit Europas, sondern auch auf die Kriege der Gegenwart, so Döbler. Entstanden ist "Schlacht um den Hügel" kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, aus den Aufzeichnungen von Hanna Kiel, einer Deutschen, die damals in der Nähe von Florenz lebte und beobachtete: Beobachtete, wie Italienerinnen und Italiener von der deutschen Besatzung zur Arbeit gezwungen wurden, wie Menschen auf Verdacht erschossen wurden, wie Hunderte in Keller gepfercht lebten, und schließlich, wie die Wehrmacht und Alliierte um Florenz kämpften. Das alles, dies ganze Grauen, hielt Kiel fest, in einer präzisen, nüchternen Sprache, die uns die Ereignisse in aller Klarheit und Schärfe vor Augen führt. Ein tief erschütterndes Buch, welches 2024 das erste mal auf Deutsch erscheint, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.04.2024

Interessiert liest Rezensentin Christiane Pöhlmann Hanna Kiels Schrift über den Kampf um Florenz im Jahr 1944. Die Autorin und Künstlerin hielt sich damals in der Stadt auf. In dem eineinhalb Jahre später entstandenen Text beschreibt sie, wie deutsche Soldaten die Stadt plündern, auch Partisanen und Soldaten der Alliierten haben Auftritte. Kiels Schilderungen beinhalten nicht nur das Schreckliche, sondern geben unterschiedlichsten Eindrücken einen Raum (so erzählt Kiel beispielweise auch von einem Gefängniswärter, der sie fliehen lässt). Ein durchgängiges Ordnungsprinzip findet Pöhlmann nicht in dem Band, vielmehr vergleicht sie es mit einem - literarisch bearbeiteten - Tagebuch. Besonders gefällt der Rezensentin die Bescheidenheit der Autorin, die in ihrer Chronik der Schrecken keineswegs sich selbst in den Mittelpunkt stellt.

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