Zwischen Gedenken und Stadtmarketing. Über die Rolle von Erinnerungsorten für Bewohner und Besucher.
Urteile über Städte von Bewohnern und Touristen sind stark durch Ereignisse in der Vergangenheit, durch Bauten und Bürger, durch Erzählungen und mediale Repräsentationen geprägt. Oft enthalten solche Stadtbiografien auch Schattenseiten. Einige Ortsnamen sind gar zu ikonographischen Verdichtungen einer grausamen Geschichte geworden. Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die verschiedenen Ansätze, mit solchen politisch und gesellschaftlich als schmerzhaft oder auch peinlich empfundenen Belastungen von Städten umzugehen. Wer prägt Stadtimages mit welcher Intention? Für welche Arten des Umgangs mit der Geschichte entscheiden sie sich - das Ausblenden, die Umdeutung, die kritische Auseinandersetzung oder die aktive Nutzung im Sinne eines "heritage tourism"? Welche weiteren Faktoren, wie zum Beispiel kulturelle Paradigmenwechsel oder touristische Trends, beeinflussen das Image eines Ortes oder verändern es?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2017
Robert Probst lernt mit dem von Stefanie Eisenhuth und Martin Sabrow herausgegebenen Band, wie schwierig es ist, das sogenannte Böse am authentischen Ort zu erinnern. Wie Städte wie Bautzen, Potsdam oder Nürnberg mit ihrem problematischen Erbe umgehen, ob sie es verstecken, sich daran reiben oder es endlich kritisch sehen oder gar "symbolpolitisch" vermarkten, erfährt Probst von den Autoren. Welche Gefühle dabei eine Rolle spielen und wer sich wann in der Sache engagiert, können ihm die Autoren gleichfalls auf erhellende Weise vermitteln. Ein Buch nicht nur für Stadtmarketing-Menschen, sondern auch für Fans des Dark-Tourism, meint er.
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