Susanne Baer

Rote Linien

Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt
Cover: Rote Linien
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2025
ISBN 9783451074066
Broschiert, 384 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Was passiert, wenn das Bundesverfassungsgericht entscheidet? Wer sitzt dort - und wie wird entschieden? In "Rote Linien" öffnet Susanne Baer, ehemalige Richterin am Bundesverfassungsgericht, die Türen zu einem der wichtigsten Orte unserer Demokratie. Sie beschreibt, wie Recht entsteht, wie Konflikte gelöst werden - und wo die roten Linien verlaufen, die uns das Grundgesetz vorgibt. Dieses Buch bietet einen Einblick in die Arbeit des Bundesverfassungsgerichts. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 24.11.2025

Rezensentin Peggy Fiebig bekommt in Susanne Baers Buch interessante Einblicke einer früheren Verfassungsrichterin in die Arbeit des Karlsruher Bundesverfassungsgerichts: Obwohl ganz unterschiedliche Menschen in diesem Gericht arbeiten, entscheidet es oft einstimmig, lesen wir. Mit Bezügen auf Klima- und Coronakrise erläutert Baer, dass das Gericht oft zurückhaltend urteilt, viele Entscheidungsfindungen den Parlamenten überlässt und sich auf die Rechtsprechung konzentriert, so Fiebig. Sie liest hier keine große Enthüllung, aber erhält interessante Einsichten. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2025

Viel Interessantes über das Bundesverfassungsgericht liest Rezensent Klaus Ferdinand Gärditz in diesem Buch der ehemaligen Verfassungsrichterin Susanne Baer. Aus dezidiert persönlicher Perspektive schreibt sie darüber, wie die Arbeit am Gericht konkret vonstatten geht. Gut gefällt Gärditz der Tonfall dieses Buches, der Volksaufklärung geschickt mit Fachdiskurs verbindet. Zu den behandelten Themen gehören der implizite Demokratiebegriff einer Gerichts, das gelegentlich auch Freiheitsrechte gegen Mehrheitsentscheidungen zu verteidigen hat, sowie Berichte über Entscheidungen in kontroversen Fragen wie der Corona-Pandemie und dem Klimaschutz, resümiert der Rezensent. Zudem schreibt Baer auch über die persönliche Belastung, die die Arbeit am Verfassungsgericht für die Richter bedeutet. Viel Respekt vor dieser Institution flößt das Buch dem rundum zufriedenen Kritiker ein.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2025

Rezensent Wolfgang Janisch freut sich darüber, dass Susanne Baer ihm - das gab es so bisher noch nie - einen Blick hinter die Kulissen des deutschen Verfassungsgerichts ermöglicht. Baer war dort selbst tätig, zwischen 2011 und 2023, und sie berichtet durchaus auch in persönlicher Manier und aus der Ich-Perspektive von ihrer Karlsruher Zeit. Außerdem wendet sie sich direkt an die Menschen in Deutschland, um ihnen zu zeigen, weshalb das Verfassungsgericht eine wichtige Institution ist - unter anderem hat das damit zu tun, dass es die gesellschaftliche Mitte repräsentiert und Extremisten außen vor lässt, Baer selbst ist Feministin aber keine Aktivistin und konnte deshalb im Gericht reüssieren. Frauke Brosius-Gersdorf hingegen wurde zu Unrecht aussortiert, wie Baer findet. Baer beschreibt nicht nur die formalen Prozesse bis hin zur Kleidung, die die Verfassungsgerichtsbarkeit prägen, sondern wendet sich auch politischen Einzelthemen zu, darunter Klima, Corona und Gleichheit. Insgesamt hat Janisch den Eindruck, dass dieses Buch die richtige Balance aus Abstand und Nähe zu seinem Gegenstand findet und den Menschen wertvolle Einblicke in das Funktionieren einer wichtigen Institution bietet.

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