Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer-Semlinger. Mit Quecksilber unter der Zunge ist die Geschichte eines siebzehnjährigen Jungen, dem nur noch wenig Zeit zu leben bleibt. Entschlossen und voll Wut lehnt er Religion, Hoffnung und Mitgefühl ab. Er will nicht, daß seine tragische Existenz dadurch scheinbar erträglicher wird. Auf seine eigene, illusionslose, teils zynische, teils humorvolle Weise nimmt er es mit seinem Schicksal auf.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2006
Thomas Laux hält es für "geradezu unmöglich unberührt zu bleiben" von diesem "beeindruckenden" Roman. Die Geschichte von Frederic, einem Jungen mit Krebs am Hüftknochen, sei zart und hart zugleich. "Ungeschönt" erzähle der Autor von der Zeit, die dem Jungen bis zu seinem Tod noch bleibt, von dessen Wut auf Gott und die Welt und der Entdeckung seiner ersten Liebe. Frederic ist sich seiner Situation bewusst, ist zynisch und auch poetisch. Die Darstellung der Gefühlswelt des Jungen, die eingefügten Verse und die Poesie sei eine "feinnervige Abstraktion im Bewusstsein des drohenden Verschwindens". Und auch weil der Autor immer wieder klar und deutlich formuliert und "frei von Selbstmitleid" schreibt, gefällt Laux der Roman.
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