Tanguy Viel

Das Verschwinden des Jim Sullivan

Ein amerikanischer Roman
Cover: Das Verschwinden des Jim Sullivan
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783803132642
Gebunden, 128 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Das Leben war schon mal netter zu Dwayne Koster, und so besieht er sich die Welt nun vorzugsweise von seinem Wagen aus, einem Dodge Coronet aus den sechziger Jahren, und hört dabei Musik von Jim Sullivan. Das neue Buch von Tanguy Viel ist ein Roman hinter dem Roman. Eine hochkomische, sehr unterhaltsame Parodie ebenso wie eine große Hommage an den amerikanischen Roman.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2014

Literaturanwärter und -anwärterinnen können sich die Semester in Leipzig und Hildesheim nach der Lektüre von Tanguy Viels neuem Roman "Das Verschwinden des Jim Sullivan" sparen, glaubt Rezensent Jochen Schimmang, der hier nicht nur einen äußerst amüsantes Buch, sondern auch einen aufschlussreichen Metaroman über das Erfolgsrezept amerikanischer Romane gelesen hat. Denn genau jenes liefert Viel gleich mit, informiert der Kritiker und notiert fleißig, dass ein international erfolgreicher Roman stets in Amerika spielen müsse, am besten mit einem Akademiker aufwartet, Roadmovie-Themen, Alkohol und leidenschaftliche Verwicklungen nicht fehlen lässt und mit der Ermordung Kennedys und dem elften September auch noch amerikanische Zeitgeschichte einbringt. Das ist dank Viels lakonischer, eleganter und temporeicher Erzählweise auch noch sehr vergnüglich zu lesen, lobt Schimmang und fügt erfreut hinzu, dass der Franzose Viel im Gegensatz zu seinen amerikanischen Kollegen Pynchon, Franzen oder Eggers dafür nur 120 Seiten benötigt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2014

Tanguy Viel lässt den Rezensenten Matthias Hennig mit der Zunge schnalzen, wenn er wie ein Hypnotiseur erklärt, dass wir uns ab jetzt in einem amerikanischen Roman befinden, und ein Fingerschnippen später beginnt die Geschichte des Literaturprofessors Dwayne Koster: Dieser verzweifelt an seinem Campusleben in Ann Arbor,dreht durch und begibt sich auf eine trubulente Reise quer durch die Vereinigten Staaten. Mitunter ist das dem Rezensenten zu geschmeidig und eine Spur "zu retro", doch ertappt er sich immer wieder dabei, wie er zugleich Viels raffiniertes Spiel mit den Genres bewundert und in ihm aufgeht. Denn dieser amerikanische Roman ist ja auch durch und durch französisch, lächelt Hennig: "leicht und elegant".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.09.2014

Als eine "raffinierte Kreuzung aus Parodie und Liebeserklärung" an den amerikanischen Roman liest Rezensent Ulrich Rüdenauer "Das Verschwinden des Jim Sullivan", womit sich Tanguy Viel als durch und durch französischer Autor erweist. Rüdenauer gefällt vor allem das Parodistische. Unter Zuhilfenahme etlicher Klischees und den Techniken des Creative Writings erzählt Viel von einem amerikanischen College-Professor, der vor seinem verpfuschten Leben in die Wüste flieht und sich auf die Suche nach dem verschollenen Musiker und Ufologen Jim Sullivan macht. Für ein "meisterhaftes Kunststück" hält es der Rezensent, wie Viel dabei die "sanfte Ironie schleichen im Erzählen" auflöst.
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