Wir ruinieren die wertvollste Nahrungsquelle des Planeten - die Meere - in selbst für Experten erstaunlichem Tempo, nicht zuletzt mit gnadenloser Überfischung. Ob Thun-, Hai- oder Schwertfisch, bis zu 80 Prozent des weltweiten Bestands an Speisefisch sind heute verschwunden, für Kabeljau hat sich ein lukrativer Schwarzmarkt etabliert, viele Küstenregionen erleben ihren ökologischen und finanziellen Niedergang. Taras Grescoe berichtet in "Der letzte Fisch im Netz" abermals aus dem Spannungsfeld zwischen Marktwirtschaft, Konsum und Umwelt. Er hat sich auf eine Reise um die sieben Weltmeere auf der Suche nach dem ethisch vertretbaren Fischteller gemacht. Von portugiesischen Sardinen über Marsailler Bouillabaisse zu Alaskaseelachs und Fischstäbchen, indischem Shrimp-Curry und Thunfisch-Sushi; ob Gourmettempel, Großmarkthalle oder Fast-Food-Filiale - Grescoe legt dar, wie der Fisch vom Wasser auf unseren Tisch kommt und was dabei falsch läuft.
Katharina Granzin hat ein neues Genre ausfindig gemacht, das "kluge, gut geschriebene Reisesachbuch", in diesem Fall für den kritischen Konsumenten von Meerestieren. Der Kanadier Taras Grescoe hat dafür auf vier Kontinenten Material gesammelt und so ein informatives und variantenreiches Kompendium zusammengetragen. Es ist von beträchtlichem Umfang, lässt sich aber quer oder in Häppchen lesen, da der Autor den Kern seiner Botschaft, nämlich mehr vom unteren Ende der Nahrungskette (das wären beispielsweise Quallen) zugunsten der oberen zu essen, in jedem Kapitel und an einem jeweils anderen Sachverhalt (der Auster oder der Sardine) neu entwickelt. Außerdem beleuchtet er seinen Gegenstand, das Meeresgetier, von möglichst vielen Seiten: Der Ökonomie, der Ökologie, der Kulinaristik oder der Sittenlehre, so Granzin.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…