Fast alle Biografien Helmut Schmidts enden mehr oder weniger mit dem Jahr 1982, dem Jahr seines Ausscheidens aus dem Kanzleramt. Von seinem Leben in den dreiunddreißig Jahren danach drang nur wenig nach Außen. Wie aber wurde dieser Mann, der 1982 noch als durchschnittlicher Kanzler galt, zu einem Idol der Deutschen?
Kein anderer Politiker der Bundesrepublik hat eine solche fast kultische Verehrung genossen wie Schmidt. Sein Ruhm gründet allerdings weniger auf der Kanzlerzeit als vielmehr auf seiner zweiten Karriere danach: als Publizist und Elder Statesman, der - scheinbar unbeeinflusst von der Tagespolitik - über den Parteien stand und unbeirrbar an seinen politischen und ethischen Grundsätzen festhielt. Damit erfüllte er zugleich die Sehnsucht weiter Teile der Gesellschaft nach Führung. Die Biografie der späten Jahre 1982 bis 2015 erzählt, wie es dem Kanzler außer Dienst gelang, am Ende so gesehen zu werden, wie er gesehen werden wollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Überraschend hart geht Thomas Karlauf laut Ralf Husemann mitunter ins Gericht mit Helmut Schmidt, dessen Werk der Autor als Cheflektor bei Siedler immerhin 33 Jahre betreute. Auch wenn Karlauf schon mal ein "der Chef" herausrutscht, kritisiert er doch auch offen manche publizistische Schwäche Schmidts, dessen Missgust Kollegen gegenüber oder auch seine Inanspruchnahme durch rechtsradikale Gruppen. Der auf umfangreichen Archivrecherchen und Gesprächen mit Schmidt basierende Band geht laut Husemann auch ausführlich auf die Wehrmachtszeit des ehemaligen Kanzlers ein und bietet mit einem Schwerpunkt auf Schmidts Herausgebertätigkeit bei der "Zeit" zudem einen interessanten Fokus, findet der Rezensent.
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