Der Zusammenbruch der Sowjetunion wirkte einst wie ein großartiger Sieg der liberalen Ordnung über die sozialistische Unterdrückung. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Von 'links' wird sie für die Finanzkrise sowie eine ungerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen kritisiert. Von 'rechts' wird sie als Bedrohung für nationale Identität und Wohlstand durch fremde Mächte verschrien. Das führt zu bizarren Verbrüderungen der politischen Linken und Rechten gegen einen
gemeinsamen Feind: die liberale Ordnung.
Angesichts der enormen Leistungen der liberalen Ordnung wirken die Anfeindungen absurd. Warum verteufeln die Menschen ein Prinzip, das nachweislich zu Wohlstand beigetragen und ein Leben in Freiheit ermöglicht hat, und fordern stattdessen eine
sozialistische Gesellschaftsordnung, obwohl alle politischen Systeme, in denen diese gelebt wurde, gescheitert sind?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2019
Erich Weede lernt bei Thomas Mayer die selbstzerstörerischen Tendenzen der liberalen Wirtschaftsordnung kennen. Der Autor erweist sich für ihn als Hayekianer, der den Wohlstand des Westens auf Privateigentum, Gewaltenteilung und Rechtsstaatlichkeit zurückführt. Versuche, dem auf Individualismus und Eigenverantwortlichkeit gründenden Kapitalismus die Härte zu nehmen, beurteilt der Autor als gescheitert: den Sozialstaat, Geldpolitik oder Wirtschaftslenkung durch die Zentralbank. Soziale Gerechtigkeit hält Mayer für eine Schimäre und die von kurzsichtigen Wählerwünschen geprägte "Massendemokratie" ausgesprochen ineffizient, referiert Weede zudem, versichert aber, dass Mayer kein Freund von Diktaturen sei, auch wenn seiner Meinung das chinesische Modell besser funktioniere als das westliche.
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