Die Kämpfe der Zukunft
Gleichheit und Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert

C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN
9783406832475
Gebunden, 158 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen übersetzt von Stefan Lorenzer. Gleichheit und Gerechtigkeit für das 21. Jahrhundert. Thomas Piketty und Michael J. Sandel diskutieren über Gleichheit und Gerechtigkeit. Stets haben sie dabei die aktuellen Fragen im Blick: die wachsende soziale Ungleichheit, den Klimawandel, die Massenmigration, den Aufstieg der Rechten, die Zukunft der Linken. Wenn zwei der klügsten Köpfe unserer Zeit die Kernthemen unserer Zeit erörtern, dann ergibt das nicht nur viel Stoff zum Nachdenken, sondern bereitet auch ein großes intellektuelles Vergnügen. Wir leben in einer Zeit tiefer politischer Instabilität und schwerer Umweltkrisen. Was ist zu tun, um gegenzusteuern? Piketty und Sandel stimmen in vielen Punkten überein: Wir brauchen mehr Investitionen in inklusive Gesundheit und Ausbildung, höhere progressive Steuern, klare Grenzen für die Macht des Reichtums und der Märkte. Aber wie kommen wir dahin? Und sollen wir materiellen Wohlstand oder sozialen Wandel priorisieren? Schließlich: Wie ist es um all diese Themen bestellt, wenn überall auf der Welt ein neuer radikaler Nationalismus auf dem Vormarsch ist?
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (
Info)
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 15.03.2025
Rezensent Michael Wolf verspricht sich vor dem Hintergrund einer im nicht-deutschsprachigen Raum deutlich ausgeprägteren Debattenkultur zunächst einiges von einem Diskussionsband zwischen einem amerikanischem und einem französischen Intellektuellen, ist dann aber in weiten Teilen doch eher irritiert von den Ausprägungen des eigentlich linken Interesses der beiden Autoren: Um Gleichheit und Gerechtigkeit geht es dem Ökonom Piketty und dem Philosophen Sandel offiziell, aber allzu progressiv seien Sandels Verbesserungsvorschläge dann doch nicht: mit der von ihm hochgehaltenen "self-governance" kommt für Wolf unterm Strich ein veraltetes gesellschaftliches Ideal heraus. Und auch Pikettys eher "klassisch" linkes Plädoyer für Umverteilung und progressive Besteuerung - vorgetragen mit für den Kritiker gar nicht mehr gewohnter sozialdemokratischer Begeisterung - hefte sich letztlich an einen Trump-ähnlichen Glauben an die Nation, muss Wolf feststellen. Völlig peinlich findet er außerdem, wie die beiden Eliteuniprofessoren sich über die ach so unfairen Auswahlverfahren an ebendiesen Unis entrüsten. Immerhin von dieser "Metaebene" aus, die die beiden Autoren als Vertreter ihres intellektuell-sozialen Milieus betrachtet, liest Wolf das Buch mit Gewinn.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 04.03.2025
Angeregt bespricht Rezensent Martin Tschechne Thomas Pikettys und Michael Sandels Gesprächsband. Der Ökonom und Historiker Piketty und der Philosoph Sandel beschäftigen sich darin mit dem Kapitalismus der Gegenwart, den sie beide kritisch sehen, insbesondere unter dem Aspekt der Gleichheit, der für beide fundamental ist für das Funktionieren einer Gesellschaft. Zu den behandelten Themen zählen Vergangenheit und Gegenwart der Sozialdemokratie, Populismus, die Rolle der Bildung, Steuerprogression und Meritokratie, beziehungsweise deren faktische Abwesenheit in Zeiten einer sich selbst bestätigenden Elite, resümiert der Kritiker. Er weist darauf hin, dass sich die beiden Gesprächspartner nicht durchweg einig sind - worin die Differenzen bestehen, erfahren wir jedoch nicht. Jedenfalls ist der Rezensent der Ansicht, dass die jüngeren Entwicklungen um Trump und Musk die Thesen dieses Buches nicht widerlegen, sondern im Gegenteil ihre Aktualität belegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 20.02.2025
Rezensent Michael Hesse wird ganz feierlich zumute. Hier unterhalten sich der"bedeutendste Moralphilosoph der Welt" und ein Ökonom, der als "eine Art moderner Karl Marx gefeiert wird". Die beiden scheinen sich in ihrem Gespräch weitgehend einig zu sein. Das größte Problem, das wir haben, sei die Ungleichheit. Piketty äußert laut Rezensent zwar seinen Optimismus, dass sich die Welt in Richtung größerer Gleichheit bewege, aber das geschehe nicht, ohne dass man dafür kämpfe. Insgesamt spielt Piketty in Hesses sehr zustimmender Rezension die größere Rolle. Oder die beiden sprechen tatsächlich wie aus einem Munde: Ronald Reagan sei durch seine Steuerpolitik vor vierzig Jahren schuld an den Problemen der Welt. Aber auch die Mitte-links-Parteien seien zu marktgläubig gewesen. Nun hilft nur noch eins: "Steuern rauf". Dann kriegen wir auch das mit dem Klimaschutz hin. Jetzt ist noch die Frage, ob Trump und Putin mitmachen...