"Natur" ist eines der ältesten, heute aber auch umstrittensten Themen der Philosophie. In der philosophischen Tradition wurde die Natur ontologisch, phänomenologisch, bildtheoretisch oder gegenstandslogisch zu fassen versucht. Seit der Emanzipation der Naturwissenschaften scheint es jedoch fraglich, ob das Thema "Natur" von der Philosophie noch eigenständig angegangen werden kann. Hoffmanns Arbeit schlägt einen Neuansatz vor: Aus den traditionellen Optionen etwa bei Aristoteles, Cusanus, Bruno, Galilei, Leibniz, Hegel oder Schelling werden Aspekte eines Begriffs von Natur als einer originären Sinndimension jenseits des logisch Objektiven entwickelt. Das Ergebnis führt auf eine spezifische "Mitpräsenz" von Natur in der Welt, die nicht nur theoretische, sondern auch praktische und ästhetische Relevanz hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2003
Auf über 600 Seiten wehrt sich der Philosoph Thomas Sören Hoffmann dagegen, dass die Natur und ihre Phänomene fast vollständig "in den Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften geraten" sind, erklärt der "lx" zeichnende Rezensent. Hoffmanns Ausgangspunkt sei die These, dass Natur ein "Dimensionsbegriff" sei und somit die Präsenzweise eines "Etwas", statt dieses "Etwas" an sich zu sein. Der Endpunkt seiner Argumentation sei somit auch eine neue Sichtweise des Begriffs Physiologie, der das "mit der Physis konfrontierende Denken" meint, statt wie sonst üblich die Daten über den Körper. Der Weg zu diesem Endpunkt ist ein durchaus einsamer, so der Rezensent, selbst wenn Hoffmann einige Unterstützung in der Philosophiegeschichte gesucht habe.
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