Dieses Buch etabliert an der Schnittstelle zwischen Psychologie, Medizin, Neuro- und Verhaltenswissenschaft eine wahrnehmungstheoretische Schmerzdefinition, die auf menschlichen ebenso wie auf tierischen Schmerz anwendbar ist. Insofern es sich bei Wahrnehmungen und Schmerzen um Bewusstseinsphänomene handelt, ist die Arbeit weiterhin als exemplarischer Beitrag zu der allgemeineren Fragestellung zu betrachten, wie sich das Auftreten derartiger Phänomene an Tieren erforschen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.11.2005
Als "hochkomplexes philosophisches Buch" bewertet der Rezensent Andreas Brenner Thorsten Galerts Untersuchung "Vom Schmerz der Tiere". Galert macht die Grundthesen seiner Argumentationen an Rene Descartes Automatenlehre fest und der "philosophy of mind", die behauptet, dass die Wahrnehmung von der Befähigung zur Sprache abhängt. Galert wagt nun den Umkehrschluss, dass erst die Wahrnehmung zur Ausbildung einer Sprache führen kann, aber nicht muss. Massive Kritik übt Brenner an Galerts Ansatz, sich bei seinen Betrachtungen allein auf den körperlichen Schmerz zu konzentrieren. Anhand aktueller Forschungen weist der Rezensent nun selbst nach, dass Tiere leiden können und konstatiert, dass zukünftig Versuche mit der "Tierpsyche" in eine Betrachtung miteinbezogen werden sollten.
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