Unterfinanzierung und offensichtliche Ineffizienzen dominieren den Hochschulalltag in Deutschland. In der finanzwissenschaftlichen Untersuchung werden Finanzierungs- und Organisationsregeln für Hochschulen entwickelt und ihre Wirkung auf Lehrende und Lernende diskutiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2001
Der Rezensent Sascha Tamm weiß ganz genau, wie die schöne neue Hochschulwelt auszusehen hätte: "ein möglichst störungsfreier Markt" und alles wäre in Butter. Die Wirklichkeit aber, und das bedauert er heftig und unter Aufbietung längst nicht mehr gültiger Klischees, ist nicht so und daher ist eine genau durchgerechnete pragmatische Zwischenlösung, wie sie Tim Stuchtey in seinem Buch vorschlägt, auch erst mal ganz brauchbar. Dessen Modell sieht grundsätzliche und dann noch einmal von den "konkret genutzten Angeboten" abhängige Studiengebühren vor: mit den genannten Summen von 500 DM pauschal plus 50 DM pro Veranstaltung ließen sich, merkt Tamm leicht pikiert an, die Kosten jedoch nicht vollständig decken. Das Problem mit der Benachteiligung "sozial schwacher" Studenten (von Tamm in Anführungszeichen gesetzt) ist gar keines, nämlich nur ein "Vorurteil" - ein Kreditsystem könnte Abhilfe schaffen. Dass Stuchtey das nicht privat, sondern staatlich finanzieren will, wird, versteht sich, gerügt. Dennoch: dank seiner Sprache und "einer Genauigkeit, die sich wohltuend von den politischen Diskussionen der letzten Zeit" abhebt, bietet das Buch eine nach Tamms Meinung "praktikable" Lösung an. Nur das Visionäre fehlt ihm in einem letzten Absatz dann wieder. Die Vision? Der freie Bildungsmarkt natürlich.
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