Stellen Sie sich vor, ein privates Unternehmen bietet Ihnen als "Staatsdienstleister" Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum in einem abgegrenzten Gebiet. Diese Leistung umfasst Sicherheits- und Rettungskräfte, einen Rechts- und Ordnungsrahmen sowie eine unabhängige Streitschlichtung. Sie zahlen einen vertraglich fixierten Betrag für diese Leistungen pro Jahr. Der Staatsdienstleister als Betreiber des Gemeinwesens kann den Vertrag später nicht einseitig ändern. Sie haben einen Rechtsanspruch darauf, dass er eingehalten wird und einen Schadensersatzanspruch bei Schlechterfüllung. Um alles andere kümmern Sie sich selbst, können aber auch machen was Sie wollen, solange Sie die Rechte anderer nicht beeinträchtigen. Und Sie nehmen nur teil, wenn und solange Ihnen das Angebot zusagt. Streitigkeiten zwischen Ihnen und dem Staatsdienstleister werden vor unabhängigen Schiedsgerichten verhandelt, wie im internationalen Handelsrecht üblich. Ignoriert der Betreiber die Schiedssprüche oder missbraucht er seine Macht auf andere Weise, wandern seine Kunden ab und er geht in die Insolvenz.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.11.2018
René Scheu ist gespannt, wie Titus Gebel seine hier vorgetragene Idee vom Staat als Dienstleister wohl umsetzt, angeblich hat der Autor schon Land erworben. Als Fantast möchte Scheu Gebel also lieber nicht bezeichnen, auch wenn er nicht zu wissen scheint, wie der ideale Staat eigentlich auszusehen hat, und keine politischen Forderungen stellt. Scheu genügt es, dass Gebel Zweifel an überkommenen Staatsmodellen anmeldet und mit seinem Text einen Markt für Staatsmodelle anpeilt, alle Einwände gegen die Idee von Privatstädten hin oder her, meint der Rezensent. Wie eloquent Gebel mögliche Kritik selbst vorwegnimmt und pariert, scheint Scheu auch gar nicht so wichtig. Es braucht die Probe aufs Exempel, meint er clever und spart sich Diskussionen über den Unterschied von Demokratie und Markt, Bürgern und Kunden.
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