Herausgegeben von Jan Niklas Collet, Julia Lis und Gregor Taxacher. Drohen rechte Positionen "normal" zu werden in der Gesellschaft? Ausgangspunkt für eine Antwort ist eine sozialwissenschaftliche Analyse rechter Positionen und ihres gesellschaftlichen Kontextes. An welche Diskurse und gesellschaftlichen Entwicklungen schließen diese an? Wie tragen sie dazu bei, nationalistisch-völkische, antifeministische und antidemokratische Positionen zu etablieren? Die theologischen Reflexionen dieses Bandes sehen die Frage nach dem Umgang mit der "rechten Normalisierung" nicht bloß als eine pragmatische, sondern als eine genuin theologische: Kann eine politische Theologie hier gegensteuern? Welche theologischen Kriterien lassen sich im Rahmen einer Theologie des Reiches Gottes gewinnen? Können sich die Kirchen als neutrale Räume der Begegnung unterschiedlicher Positionen verstehen? Wo braucht es ihre Parteilichkeit und prophetische Unterbrechungen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2021
Rezensent Tobias Schrörs liest den auf eine Tagung des Münsteraner Arbeitskreises Politische Theologie zurückgehenden, von Jan Niklas Collet, Julia Lis und Gregor Taxacher besorgten Sammelband mit Interesse. Ausgehend von der Annahme einer Normalisierung des "Rechten" wird in den Beiträgen laut Schrörs die Frage diskutiert, ob AfD-Politikern auf kirchlichen Podien eine Bühne gegeben werden sollte. Nein!, lautet die nahezu einstimmige Antwort, so Schrörs. Theologische Begründungen folgen dem einleitenden Teil im Band, erklärt Schrörs. Dass nur eine Gegenstimme (des Soziologen Thomas Wagner) aufgeführt ist, stellt der Rezensent ebenso fest wie den Umstand, dass dem Leser mitunter der rote Faden verloren geht.
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