Tommy Wieringa

Joe Speedboat

Keine Zeit für Helden. Roman
Cover: Joe Speedboat
Carl Hanser Verlag, München 2006
ISBN 9783446207707
Gebunden, 297 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Bettina Bach. Ein ungewöhnlicher Freund: Er nennt sich Joe Speedboat und rast mit einem Umzugswagen, den sein Vater lenkt, in das Wohnzimmer einer angesehenen Familie in Lomark. Der Vater ist tot und Joe ist in dem kleinen Kaff an der niederländisch-deutschen Grenze gelandet. Und er wird der beste Freund von Fransje, der im Rollstuhl sitzt und erzählt, wie Joes Ankunft das Dorf in Aufruhr versetzt. Die unglaublichsten Szenen - wie Joe aus Fransje einen Champion im Armwrestling macht und mit einem umgebauten Bagger die Ralley Paris-Dakar fährt - werden hier mit größter Glaubwürdigkeit erzählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.03.2007

Bestens unterhalten hat sich Kristina Maidt-Zinke bei der Lektüre von Tommy Wieringas Adoleszenzgeschichte. Die turbulente Erzählung um den Titelhelden Joe Speedboat und seinen im Rollstuhl sitzenden Freund Fransje, die mit ihren spektakulären Erfindungen ein holländisches Kaff in Aufruhr versetzen, findet sie einfach mitreißend. Die Phantasie und der schräge Humor, mit der Wieringa von "skurril-problematischen" Individuen und Konstellationen erzählt, haben ihr wunderbar gefallen. Der "ungestüme" Erzählfluss des Autors stehe in einen wohltuenden Gegensatz zu manch "krampfhaft kalkulierter" Prosa deutscher Gegenwartsautoren. Insgesamt bescheinigt sie dem Autor einen Hang zur Anarchie, der sich zu ihrem Erstaunen "verblüffend lässig" mit Bibelfestigkeit und moralischen Ansprüchen paart. Darin sieht sie dann auch den besonderen Charme des Buches.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.01.2007

Den Rezensenten Frank Schäfer bringt diese Teenagergeschichte zum Jubeln. Er wünscht sich, dass umgehend auch die anderen Geschichten des Autors ins Deutsche übersetzt werden. Dass diese Mischung aus "Schelmenroman und Hollywood-Burleske" so gut funktioniert, liegt nach Meinung des Rezensenten vor allem an der gut gewählten Erzählerfigur, die immer genau den richtigen Tonfall trifft: "Erst unter seinem kühlen, mal sarkastischen, mal zutiefst sehnsuchtsvollen Blick bekommt diese Kolportagestory ihre literarische Qualifikation." Wegen dieser "filigranen" Erzählkonstruktion verzeiht Schäfer dem Autor auch, dass er bisweilen ein bisschen arg ungestüm aufdreht. Denn wenigstens lässt er beziehungsweise sein Erzähler den Menschen bei aller Dramatik ihre "verwirrende Komplexität."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2006

Hellauf begeistert zeigt sich Rezensent Wolfgang Lange von Tommy Wieringas Roman über Joe Speedboat und den seit einem Unfall im Rollstuhl sitzenden Fransje, die zusammen das verschlafene niederländische Nest Lomark gehörig aufmischen. Nicht nur die tempo-, anekdoten- und wendungsreiche, traurige, komische, phantastische und realistische Dorf-, Pubertäts- und Jugendgeschichte, die Wieringa erzählt, hat ihn vollauf überzeugt, sondern auch die frechen und pointierten Dialoge und der frische Sound des Buchs. Obwohl "nur" ein Unterhaltungsroman, findet Lange darin die Anbindung an große Traditionen der europäischen Literatur, wie Homers Odysee. Sein Resümee: "fulminant", "wunderbar geschrieben" und "amüsant zu lesen".
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