Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Hans. Er ist ein feiner Herr und trägt teure Schuhe, er ist ein Flaneur in den Straßen von Paris. Als eines Abends ein Hund aus einem brennenden Haus direkt in seine Arme springt, ist es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Der Hund, der mit Flüchtlingen aus Afrika nach Frankreich kam, führt Mulder zu den "Sans-Papiers" und Obdachlosen, er macht den Sauberkeitsfanatiker mit dem Geruch der Banlieue vertraut und lässt den einsamen Kunstliebhaber unerwartete Bekanntschaften schließen. Ein bewegender Roman über eine Welt, die unwiderruflich in zwei Hälften zerfällt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2009
Martin Zingg lässt sich von Adriaan van Dis' Roman in den Bann ziehen. Das Buch erzählt vom wohlhabenden Privatier Mulder, der durch einen aus einem brennenden Asylbewerberheim springenden Hund in die Welt der Asylbewerber, Illegalen und sozial Benachteiligten von Paris gerät, lässt der Rezensent wissen. Ohne sozialromantische oder gar moralisierende Anwandlungen lotet der niederländische Autor darin den "Zwiespalt zwischen Wohlstand und daraus erwachsenden Schuldgefühlen" gegenüber weniger vom Schicksal begünstigten Menschen aus, lobt der Rezensent. Und er folgt mit Sympathie dem Spaziergänger Mulder, der nach Kontakt mit der albanischen Mafia, der bereitwilligen Finanzierung eines gefälschten Passes und Diskussionen mit einem Priester zu einer genaueren Wahrnehmung der Realität kommt. Sehr gelungen findet Zingg auch die Übersetzung ins Deutsche durch Marlene Müller-Haas, weil sie auch für Nuancen stets den richtigen Ton trifft, wie er lobt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2009
Hunde als Protagonisten in der Literatur haben Konjunktur stellt Katharina Teutsch fest, der Adriaan van Dis' Roman um einen wohlhabenden Niederländer, dem aus einem brennenden Pariser Haus mit illegalen Einwanderern ein Hund regelrecht in die Arme springt, ausnehmend gut gefallen. Durch den Hund lernt der Protagonist die Rückseite des Pariser Lebens kennen und öffnet seinen bis dahin doch sehr "selektiven" Blick für die illegal in Frankreich lebenden Menschen, teilt die Rezensentin mit. Teutsch beschreibt den Roman als "engagierte" Literatur und möchte das auf keinen Fall negativ verstanden wissen. Auch wenn der Roman mitunter etwas "plakativ" und moralisch daherkommt: Es ist eine "Parabel über das Zusammenleben", die nicht nur sehr berührt, sondern zudem auch quälend aktuell ist, preist Teutsch hingerissen.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…