Wir befinden uns in einer seltsamen Zwischenzeit: Die meisten von uns haben sich eingestanden, dass es so nicht weitergehen kann, aber echte Lösungen scheinen in weiter Ferne. Es ist eine Zeit, in der "das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann" (Gramsci), geprägt von Kämpfen zwischen den Aktivistinnen des Wandels und den Verteidigern des Status quo. Ulrich Brand und Markus Wissen unterziehen diese Gegenwart einer kritischen Diagnose. Sie zeichnen nach, wie die Herrschaft der "imperialen Lebensweise" bröckelt, angegriffen von unübersehbaren Umweltkrisen, aber auch von denjenigen, die die Ausbeutung von Mensch und Natur nicht länger mittragen wollen. Diese Kämpfe entscheiden die Zukunft der Menschheit, und der Ausgang ist alles andere als gewiss. Wird der Status quo verteidigt und nehmen damit autoritäre Tendenzen zu? Werden wir einen "grünen Kapitalismus" entwickeln, und welche Folgen hätte dieser für den Rest der Welt? Oder finden wir in eine gerechtere, bessere Art des Lebens?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.03.2024
Ulrich Brand und Markus Wissen halten nicht viel vom ökologischen Kapitalismus und ähnlichen Schlagworten, erfährt Rudolf Walther aus diesem Buch. Die beiden Politikwissenschaftler gehen davon aus, lernen wir, dass gesellschaftliche und ökologische Problemlagen zusammenhängen, die kapitalistische Wachstumsfixierung trägt für sie insgesamt die Hauptschuld. Die Argumentation ist von unter anderem feministischen und marxistischen Analysen inspiriert, so Walther, und läuft darauf hinaus, dass die Kosten des Wachstums bislang externalisiert wurden, vor allem im sogenannten globalen Süden, was nun perspektivisch allerdings nicht mehr so gut funktioniert. Die Energiewende gießt eher mehr Öl ins Feuer, glauben die Autoren, und allzu viel Hoffnung können sie dem Rezensenten auch mit ihren Analysen möglicher Widerstandsstrategien in westlichen Ländern nicht machen.
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