Wie wurde aus dem saarländischen Dachdecker der Staats- und Parteichef der DDR? Ulrich Völklein hat sich bei seinen Recherchen vor allem auf Quellen aus Moskau, das SED-Parteiarchiv und Aussagen vieler Zeitzeugen und Weggefährten gestützt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2003
Ulrich Völkleins Biografie über das einstige Staatsoberhaupt der DDR, Erich Honecker, hat den F.P. zeichnenden Rezensent nicht wirklich überzeugt. So macht er zunächst auf eine Gemeinsamkeit zu der 1980 erschienenen Autobiografie Honeckers "Aus meinem Leben" aufmerksam: beide Büchern verraten nicht, "was für ein Mensch Honecker war". Während "Aus meinem Leben" zwar kein wahres, aber schönes Porträt Honeckers zeichne, habe Völklein nach allen Recherchen gar "kein Bild von Honecker gewonnen", tadelt der Rezensent. Anstatt seinem Porträt etwas Erzählerisches zu geben, um dem "unnahbaren Honecker" näher zu kommen, vergeude Völklein Kraft auf Nebenschauplätzen, wenn er etwa "viel zu ausführlich" über die politische Situation im Saarland zur Zeit von Honeckers Geburt schreibt, Herbert Wehner und Honecker vergleicht und "zu ausführlich" auf Walter Ulbrich eingeht. Unseriös, weil polemisch wird es für den Rezensenten, wenn Völklein zeigen will, dass Kohl keinen Anteil an der deutschen Einheit habe.
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