Anfangs der Sechzigerjahre bricht die neue Welt ins Walliser Bergdorf Plon ein: Mit einer Staumauer so hoch wie der Eiffelturm schliessen die Elektrischen die Furggerlücke. Der Schatten der Mauer legt sich über das Tal. Das Seegut, der Hof der alteingesessenen Familie Rothen, wird geflutet. Fast vierzig Jahre später schwimmt ein geheimnisvoller Taucher durch das versunkene Seegut. Er löst ein Kruzifix von der Wand und zerbricht es in kleine Stücke. Fortan und immer nur nachts, wenn die armen Seelen im Graatzug auf die Gletschergrate ziehen, hören die Ploner das Toggen des Merkhammers wieder, der einst die Heiligen Wasser der Suonen überwacht hat. Silvan Bohrer, Erbe des Dorfkönigs vermutet in der Umweltaktivistin Lena Amherd, die ihn zunehmend betört, die Urheberin des Spuks. Zu spät erkennt er, weshalb der Merkhammer tatsächlich wieder schlägt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2007
Männer hämmern und zeugen, Frauen erzählen, so funktioniere die von Urs Augsburger erzählte Walliser Bergwelt. Rezensentin Christine Weder nimmt ausdrücklich die ausgiebigen technischen Erläuterungen zur Felderbewässerung in Schutz, denn neben dem Wissen des Autors zeigten sie auch die Art des Denkens der männlichen Dorfbewohner. Und hier gehe es um einen Generationenkonflikt zwischen einem alten Tüftler und seinem Sohn, der schon modernste Wasserkraftwerke im Sinne habe. Auch bei der Anreichung des Romans mit sprachlichem Lokalkolorit zeige der Autor ein glückliches Händchen, indem er einerseits Maß halte und anderseits ein Übersetzungsglossar beifüge. Weniger gelungen ist für die Rezensentin die Darstellung der weiblichen, erzählerischen Lebenswelt, auch wenn die Frauen bei Augstburger freundlicherweise als die wahren Helden dargestellt würden. Wirklich erfahren könne man hier aber nur, seufzt die Rezensentin, wie sich "Männer Frauengespräche vorstellen".
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